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26.03.2013
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Anlageskandal
S&K-Partnerfirma United Investors ist pleite

Von Christoph Rottwilm

Hier spricht der Insolvenzverwalter: S&K-Partner United Investors ist pleite (Bild: Ausriss aus einer Firmenpräsentation)

Hier spricht der Insolvenzverwalter: S&K-Partner United Investors ist pleite (Bild: Ausriss aus einer Firmenpräsentation)

Neues Kapitel im Fall S&K: Die Hamburger United Investors Gruppe hat Insolvenz angemeldet. Das Fondsemissionhaus gilt als wichtiger Player in dem gigantischen Immobilien-Anlageskandal. 175 Millionen Euro will United Investors bei Anlegern eingesammelt haben.

Hamburg - Die Hamburger Unternehmensgruppe United Investors, die im Anlageskandal um die Frankfurter Immobiliengruppe S&K eine entscheidende Rolle spielt, ist pleite. Acht United-Investors-Gesellschaften meldeten vor einigen Tagen beim Hamburger Amtsgericht Insolvenz an, darunter die Kernfirmen United Investors Holding GmbH sowie United Investors Emissionshaus GmbH. Das bestätigte der Hamburger Rechtsanwalt Michael W. Kuleisa von der Kanzlei Schwemer, Titz & Tötter gegenüber manager magazin online. Kuleisa fungiert als vorläufiger Insolvenzverwalter in sechs der betroffenen Gesellschaften. Bei der Holding sowie der Emissionshaus GmbH wurde er nach eigenen Angaben vom Gericht als Sachverständiger eingesetzt.

Von United Investors war dazu keine Stellungnahme zu bekommen. Das Unternehmen gilt als wohl wichtigster Partner der Immobiliengruppe S&K, die im Verdacht steht, mit einem umfangreichen Schneeballsystem Tausende Privatanleger um einen dreistelligen Millionenbetrag gebracht zu haben. Durch eine bundesweite Großrazzia Ende Februar war der Fall ans Licht gekommen. Schon im vergangenen Jahr sowie unmittelbar vor der Razzia hatte manager magazin online kritisch über die Aktivitäten von S&K berichtet.

Im vermuteten Betrugskonstrukt um S&K soll United Investors als Geldbeschaffer fungiert haben. Die Hamburger Unternehmensgruppe legte seit 2008 mindestens drei geschlossene Immobilienfonds auf, über die Anlegergelder in die S&K-Geschäfte geschleust wurden. Insgesamt dürfte durch diese Fonds eine hohe zweistellige Millionen-Euro-Summe an S&K geflossen sein.

United-Investors-Chefs weiter in Haft

United-Investors-Gründer und -Chef Hauke B. sowie sein Kompagnon Thomas G. gehören zu den Hauptverdächtigen, die im Rahmen der Razzia am 19. Februar aufgrund von Haftbefehlen festgenommen wurden. Gemeinsam mit sechs weiteren Verdächtigen, darunter die S&K-Chefs Stephan S. und Jonas K., sitzen sie nach Angaben der Staatsanwaltschaft Frankfurt nach wie vor in Haft. Bislang waren sie für eine Stellungnahme zu den Vorwürfen gegen sie nicht zu erreichen, es gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung.

Der S&K-Skandal in Kürze

Gegen Verantwortliche der Frankfurter S&K-Gruppe wird wegen des Verdachts auf Anlagebetrug im großen Stil ermittelt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist durch ein sogenanntes Schneeballsystem Tausenden Investoren ein Schaden in dreistelliger Millionen-Euro-Höhe entstanden. Das Geld sei für den exzessiven Lebenstil der Beschuldigten verwendet worden. Von Letzteren war bislang keine Stellungnahme zu den Vorwürfen zu bekommen.
Im Rahmen einer Großrazzia durchsuchten am 19. Februar rund 1200 Beamte bundesweit an 130 Orten Wohn- und Geschäftsräume von S&K sowie deren Partnerfirmen. Die Schwerpunkte der Aktion Lagen in Hessen, Hamburg und Bayern. Dabei wurden sechs Hauptverdächtige festgenommen, darunter die S&K-Chefs Stephan S. und Jonas K.. Insgesamt wird laut Justiz gegen etwa 50 Beschuldigte ermittelt. Bei ihrer Razzia stellten die Ermittler laut Staatsanwaltschaft mehr als 16.000 Asservaten sicher, darunter etwa ein Dutzend Luxussportwagen, säckeweise Bargeld, Computer und Aktenmaterial.
Gegründet wurde United Investors im Jahr 2006 von Hauke B. und Thomas Schwer. Die beiden kamen vom Hamburger Emissionshaus Atlantic und hatten dort zuletzt zwei Fonds konzipiert, die in Computerspiele investierten. Mit solchen sogenannten Gamefonds starteten sie auch die Geschäfte von United Investors. Schwer verließ das Unternehmen allerdings bereits 2009 wieder.

Insgesamt hat United Investors einer Firmenpräsentation zufolge bis heute mindestens 175 Millionen Euro an Anlegergeldern eingesammelt. Allein rund 45 Millionen Euro flossen nach Angaben des Unternehmens in die ersten beiden Gamefonds.

Neben den Beteiligungsgesellschaften, die explizit für S&K aufgelegt wurden, gab es zudem eine Reihe weiterer Immobilienfonds. Mit dem "Metropolitan Estates Berlin" etwa wollte United Investors den Verkaufsunterlagen zufolge 21 Millionen Euro in den Berliner Immobilienmarkt investieren. Die Beteiligungsgesellschaft "Cosmopolitan Estates Mallorca" versprach die Investition von knapp elf Millionen Euro in ein Hotel auf der Baleareninsel.

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S&K zieht Pleitewelle nach sich

Mit der Asset Trust AG und der Deutsche Sachwert Emissionshaus AG, die sich beide in Regensburg im vorläufigen Insolvenzverfahren befinden, erhöht sich die Zahl der Firmen, die im Zusammenhang mit dem Fall S&K in die Pleite rutschen, auf mindestens 15.
Zuvor hatten schon acht Gesellschaften der United Investors Gruppe Insolvenz angemeldet. Im Einzelnen sind das:
- die United Investors Holding GmbH
- die United Investors Emissionshaus GmbH
- die United Investors Treuhand GmbH
- die United Investors Vertriebsgesellschaft mbH
- die Verwaltung United Investors Vertriebsgesellschaft mbH
- die United Investors Fondsvertriebsgesellschaft mbH
- die United Investors Real Estate GmbH
- sowie die United Investors Management GmbH.
Hinzu kommen drei Gesellschaften der Münchener SHB-Gruppe, nämlich
- die FIHM Fonds und Immobilien Holding München AG
- die SHB Innovative Fondskonzepte AG
- sowie die SHB Innovative Fondskonzepte GmbH.
Der Anbieter geschlossener Immobilienfonds SHB war 2012 von S&K übernommen worden. Das Unternehmen hatte in den vergangenen Jahren insgesamt sechs Fonds aufgelegt, in die Anleger zusammen einen dreistelligen Millionenbetrag eingezahlt haben.
Zudem stehen die Insolvenzen der NGF Next Generation Funds München GmbH sowie der Value Creation Fonds Services GmbH aus der FIHM-Gruppe mit dem Fall S&K im Zusammenhang.
Abgesehen davon sorgte kürzlich die Insolvenz der Münchener DCM AG für Schlagzeilen. DCM hatte zwar im vergangenen Jahr zwei Tochterfirmen an S&K verkauft, ist jedoch selbst wohl nicht dem S&K-Reich zuzuordnen.








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