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24.02.2013
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Schicksalsentscheidung in Italien
Warten auf den Wähler

Von Arne Gottschalck

Mario Monti: Der "professore" bei der Abgabe seiner Stimme in Mailand
REUTERS

Mario Monti: Der "professore" bei der Abgabe seiner Stimme in Mailand

Investoren blicken gebannt nach Italien, wo die Wahl zur neuen Regierung läuft. Börsenschreck Silvio Berlusconi liegt nach den letzten Umfragen auf Platz zwei, der Sozialdemokrat Pier Luigi Bersani vorn - knapp. Doch ob das auch Montag Abend noch gilt, dem Ende der Wahl?

Hamburg - Wenn es nach Azad Zangana, dem Volkswirt für Europa beim britischen Vermögensverwalter Schroders ginge, wäre alles ganz einfach. "Nach den jüngsten veröffentlichten Zahlen des Internationalen Währungsfonds kann Italien sein Bruttoinlandsprodukt um 20 Prozent über das nächste Jahrzehnt steigern, wenn alle bereits vorgeschlagenen Reformen sowie Arbeitsmarkt- und fiskalische Reformen angegangen werden", sagt er. Italien könnte sich also an den eigenen Haaren aus dem Schuldensumpf ziehen, wenn es nur die Reformprojekte umsetzte. Doch es geht nicht nach Azad Zangana.

Statt dessen geht es darum, wer das Land künftig regieren wird. Sollte es Silvio Berlusconi sein, dann stünden der EU erhebliche Verwerfungen bevor. Denn eben jene Reformprojekte dürfte der 76jährige nicht weiter verfolgen. Steueramnestie hier, Rückzahlungen der Immobiliensteuer da - der Ruf Italiens als verlässlicher Partner würde erheblich leiden. Um so ärgerlicher wäre das vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Denn Italien ist nicht Griechenland. Noch einmal Zangana: "Das Potenzial, um die Wirtschaft aus ihrer aktuell düsteren Situation herauszubringen, ist da. Doch, ob Italiens Wähler eine Regierung mit dem entsprechenden politischen Willen hervorbringt, bleibt abzuwarten." Umfragen zumindest lassen Fragen offen.

Nach den zwei Wochen alten letzten Umfragen hat die sozialdemokratisch orientierte Demokratische Partei (PD) mit ihrem Spitzenkandidaten Pier Luigi Bersani gute Chancen, stärkste politische Kraft zu werden. Doch Berlusconi liegt dichtauf. Und wofür der TV-Unterhalter Beppe Grillo steht, ist offen. Sein Bündnis konnte in Umfragen auf bis zu 18 Prozent zulegen und damit sogar Ministerpräsident Mario Monti überflügeln. Zehntausende kommen zu Grillos Kundgebungen auf den Plätzen des Landes. Sein Erfolg beunruhigt die anderen Parteien. Entsprechend warnte Mario Monti bereits, es dürfte schwierig sein, mit Grillos Bewegung im Parlament zu regieren.

Die schnellste Antwort auf diese Fragen dürften die Finanzmärkte geben, unter anderem das, was in Italien als "lo spread" bezeichnet wird, also die Zahl, die bemisst, wie es um das Interesse der Anleger an italienischen Staatsanleihen bestellt ist. Je höher der Spread, desto schlechter wird Italien im Vergleich zu Deutschland aus Sicht der Investoren bewertet. Die steigenden Umfragewerte für Euro-Alptraum Silvio Berlusconi hatten die Renditen aber zuletzt wieder steigen lassen, und einige Analysten fürchten, dass ein Wahlsieg des "Cavaliere" sie wieder in Richtung sechs Prozent treiben könnte.

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