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15.02.2013
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Taumelnde Wirtschaft
"Grande Nation" auf Abruf

Paris: Noch sonnt sich Frankreich in einem gewissen Wohlwollen der Kapitalmärkte
Getty Images

Paris: Noch sonnt sich Frankreich in einem gewissen Wohlwollen der Kapitalmärkte

Noch gilt Frankreich als wirtschaftlich solides Land. Dabei profitieren die Anleihen des Landes vor allem von ihrer Liquidität. Doch die Zahl der Skepiker wächst.

Paris - Die Wirtschaft schwächelt, die Arbeitslosigkeit steigt und Reformen bahnen sich nur im Schneckentempo ihren Weg: Frankreich droht zum nächsten kranken Mann der Währungsunion zu werden. Noch vertrauen die Investoren zwar der "Grande Nation" und kaufen weiter fleißig Staatsanleihen des Landes. Allerdings steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die anhaltenden Negativschlagzeilen den Anlegern irgendwann deutlich auf die Stimmung schlagen.

"In Frankreich schlummern einige Probleme, die das Land durchaus ins Visier der Märkte rücken können", sagt Egbert Sauer, Rentenfondsmanager bei Lupus Alpha. Er rechnet damit, dass die Bond-Renditen langfristig deutlich anziehen dürften. Bislang werfen zehnjährige französische Anleihen rund 2,3 Prozent ab und liegen damit nur leicht über den Renditen der Bundesanleihen, die gern als ultimativer sicherer Hafen angesteuert werden. Sollte sich die Situation in Italien und Spanien nicht bessern und Südeuropa weiterhin unter genauer Beobachtung stehen, könnte sich das Blatt für Frankreich aber wenden, prophezeit Sauer.

Liquide Papiere

Dass französische Anleihen trotz der schlechten Konjunkturdaten derzeit noch gefragt sind, führt Maxence Mormède von Allianz Global Investors (AGI) vor allem auf die hohe Liquidität der Papiere zurück. Die Titel sind ähnlich wie deutsche in sehr großen Summen handelbar und werden daher gern von institutionellen Anlegern gekauft. Die Warnsignale würden unter Anlegern vielfach nicht gern wahrgenommen, erklärt der Leiter des Rentenmanagement. Spätestens eine weitere Herabstufung der Bonität Frankreichs dürfte die Investoren aber aufschrecken, meint Torsten Gellert vom Brokerhaus FXCM. Die Ratingagenturen Standard & Poor's und Moody's haben dem Land im vergangenen Jahr bereits die Bestnote entzogen und den Ausblick auf negativ gesetzt. "Rutscht Frankreich im laufenden Quartal in die Rezession, wovon ich ausgehe, ist eine weitere Herabstufung wahrscheinlich", prognostiziert der Experte.

Die jüngsten Konjunkturdaten aus dem Euro-Raum machen jedenfalls wenig Hoffnung auf eine Trendwende. Die Wirtschaftsleistung in Frankreich sank nach einem Miniwachstum im Sommer im vierten Quartal 2012 um 0,3 Prozent. Experten erwarten, dass sich die Talfahrt fortsetzt. Die Regierung hat bereits eingeräumt, dass sie wegen der Wachstumsschwäche wohl ihr Defizitziel verfehlen wird. Eigentlich sollte die Neuverschuldung in diesem Jahr nicht über die Grenze von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukt steigen.

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