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15.02.2013
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Währungen
"Yuan auf dem Weg zur Weltwährung"

Von Lutz Reiche

Notenbanken im Währungskrieg: Wer am Geldhahn dreht
Fotos
REUTERS

Während andere Notenbanken im Wettlauf um Exportmärkte ihre Währungen drücken, geht Chinas Zentralbank den umgekehrten Weg. Öffnung und Aufwertung bestimmen die Entwicklung, sagt Stefan Scheurer. Alles diene einem Ziel, und Investoren könnten davon profitieren.

mm: Herr Scheurer, keine Woche vergeht, in der nicht eine prominente Stimme vor einem Wechselkurs-Dumping warnt. Für Pimco-Gründer Bill Gross tobt bereits ein "Währungskrieg". Das klingt martialisch, ist es wirklich so ernst?

Scheurer: Wir sollten das vielleicht ein wenig gelassener sehen. So hat die Gruppe der sieben führenden Industrieländer sich in dieser Woche ja auch eindeutig zu Wechselkursen bekannt, die der Markt und nicht die Politik bestimmt. Die wieder aufgeflammte Diskussion sehe ich vor allem als Reflex auf die Ankündigung Japans, die Geldpolitik weiter zu lockern, um die japanische Wirtschaft aus der Deflation zu führen und den Yen niedrig zu halten.

mm: Kann das Bekenntnis der G7 wirklich überzeugen? Hat doch die US-Notenbank noch im Januar ihre lockere Geldpolitik bestätigt. Anerkannt ist auch, dass die Geldpolitik der Notenbanken den Außenwert der Währungen drückt und im Ergebnis Vorteile im Welthandel verschafft. Welche Notenbank geht hier am aggressivsten vor?

Scheurer: Ich sehe hier nicht eine spezielle Notenbank als Frontrunner, das ist ein globales Phänomen. Schon seit ein paar Jahren beobachten wir, dass Notenbanken die Zinsen drücken, um eine finanzielle Repression, also eine lautlose Entschuldung herbeizuführen.

mm: Der vermeintliche Nebeneffekt dieser Politik, die Anlagen in den jeweiligen Währungen unattraktiver macht und damit Wechselkurse drückt, ist aber nicht von der Hand zu weisen.

Scheurer: Das ist richtig. Diese Geldpolitik ermöglicht nicht nur eine günstige Entschuldung der Staaten, sondern verschafft den eigenen Unternehmen der jeweiligen Währungsregion auch Exportvorteile.

mm: Sind die Notenbanken Akteure oder Getriebene der Politik?

Scheurer: Gerade mit Blick auf Japan darf man wohl formulieren, dass die politische Unabhängigkeit der Notenbank in Frage gestellt wird. Zugleich zeigt zum Beispiel die Statistik seit August 2010, dass kein Investor mehr US-Staatsanleihen gekauft hat als die US-Notenbank selbst. Insofern sind die Zentralbanken auch ein aktiver Player im Markt. Dieses Phänomen ist global und war in der Vergangenheit in dieser Form nicht zu sehen.

mm: Wo steht Chinas Notenbank in diesem Wechselkursspiel?

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Zur Person

  • Copyright: Stefan Krutsch
    Stefan Krutsch
    Stefan Scheurer arbeitet für Allianz Global Investors, einem der führenden Asset Manager weltweit. Dort bekleidet er die Position eines Vice President für Global Capital Markets & Thematic Research.









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