Mittwoch, 1. April 2015

Steuerschlupfloch Neue Runde im Kampf gegen "Goldfinger"

Goldbarren im Großformat: Der Kauf des Edelmetalls im Ausland hilft manchem Großverdiener hierzulande Steuern zu sparen

Eigentlich wollte die Bundesregierung den sogenannten Steuertrick "Goldfinger" mit dem Jahressteuergesetz abschaffen. Das scheiterte jedoch am Parteiengezänk. Jetzt startet Schwarz-Gelb eine neue Offensive gegen das millionenschwere Steuerschlupfloch.

Berlin - Die Bundesregierung versucht erneut, dem Steuersparmodell "Goldfinger" einen Riegel vorzuschieben. Das ist eines der Ziele einer Vorlage, die das Bundeskabinett am Mittwoch billigte. Die Formulierungshilfe des Bundesfinanzministeriums wird nun von den Koalitionsfraktionen auf den parlamentarischen Weg gebracht. Damit sollen Topverdienern künftig verschiedene Wege der Steuerumgehung versperrt werden.

Zum Beispiel eben der sogenannten Operation "Goldfinger": Dabei können Topverdiener im Spitzensteuersatz mit Goldgeschäften über ausländische Handelsfirmen den Fiskus umgehen (siehe Kasten links).

Was das im Einzelnen bringen kann, zeigen Berechnungen des Berliner Steuerrechtsexperten Frank Hechtner: Danach kann jemand mit einem Jahreseinkommen von einer Million Euro, der 2012 für eine Million Euro Gold kaufte und das Edelmetall 2013 für eine Million Euro verkauft, seine Steuerlast für beide Jahre um 425.078 Euro drücken. Insgesamt entgehen dem Staat auf diese Weise bislang geschätzte Steuereinnahmen zwischen 700 Millionen und gut einer Milliarde Euro pro Jahr.

Die Abschaffung dieses Steuerschlupflochs war bereits Teil des letzten Jahressteuergesetzes. Darüber wurde jedoch zwischen Regierung und Opposition keine Einigung erzielt, so dass die Steuersparmöglichkeit bestehen blieb. Das soll sich nun ändern.

Ebenfalls verhindert werden soll laut Finanzministerium Umsatzsteuerbetrug bei Erdgas- und Stromlieferungen. Mit der Vorlage verbunden ist die steuerliche Förderung von Elektroautos als Geschäftswagen. Offen ist, ob die Pläne umgesetzt werden. Die von SPD und Grünen geführten Bundesländer könnten sie mit ihrer Mehrheit im Bundesrat demnächst auf Eis legen. Auch der Kampf gegen "Goldfinger" ginge dann erneut weiter.

cr/dpa-afx

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