Dienstag, 7. Juli 2015

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Facebook-Jahresbilanz Mark Zuckerbergs blaues Wunder

Facebook, Twitter und Co.: Die sozialen Medien im Überblick
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AFP

Facebook kämpft gegen Konkurrenten wie Twitter immer härter um Werbemilliarden. Auf seinem wichtigsten Wachstumsfeld war Mark Zuckerberg, Chef des weltgrößten Netzwerks, zuletzt erfolgreich - doch bleibt es dabei?

Hamburg - Wenn Mark Zuckerberg am Mittwochabend nach US-Börsenschluss die Facebook-Bilanz für das vergangene Jahr vorlegt, wollen Analysten und Beobachter vor allem eins wissen: Wie viel Umsatz hat das weltgrößte soziale Netzwerk im abgelaufenen Quartal über mobile Geräte erzielt.

Experten sind sich einig, dass diesem Sektor die Zukunft gehört - auch für Facebook Börsen-Chart zeigen. Denn die Zahl der Smartphones und Tablets weltweit wächst nach wie vor rasant. Und jedes der Geräte wird immer häufiger zum Netzbesuch eingesetzt. Schon im dritten Quartal 2012 gingen mehr als 600 Millionen der insgesamt rund eine Milliarde Facebook-Nutzer weltweit per Smartphone oder Tablet auf die Seite. Bis 2014, so schätzen Experten, wird der Anteil der mobilen Nutzer auf deutlich mehr als 70 Prozent steigen. Mehr als eine Milliarde Menschen werden dann bereits von unterwegs auf Facebook zugreifen, so die Erwartung. Tendenz: weiter steigend (siehe Grafik links oben).

Doch wie mit all diesen Leuten Geld verdienen? Lange wurde Zuckerbergs blauer Wunderfirma eine Schwäche im mobilen Geschäft nachgesagt. Die Bildschirme der Geräte seien zu klein, hieß es. Werbeanzeigen ließen sich darauf kaum darstellen.

Dann kam das dritte Quartal 2012. Die Geschäftsergebnisse, die Facebook in dem Zeitraum erzielte, ließen die Skeptiker deutlich leiser werden und die Börse jubeln. Facebook steigerte den Gesamtumsatz auf 1,26 Milliarden Dollar, womit der Schwund beim Wachstumstempo vorerst gestoppt war.

Kurserholung seit November

Vor allem aber sorgte der mobile Umsatz für Erstaunen: Auf 150 Millionen Dollar bezifferte ihn das Unternehmen. Das waren beinahe 15 Prozent vom Gesamtumsatz und deutlich mehr als Analysten nach den geschätzten 50 Milliarden im Quartal zuvor erwartet hatten.

Folge: Die Aktie schoss am Tag der Veröffentlichung um zeitweise bis zu 20 Prozent nach oben und startete ein beachtliches Comeback. Insgesamt hat das Papier seitdem mehr als 60 Prozent hinzugewonnen. Der Unternehmenswert von Facebook, der nach dem Börsengang im Mai von zeitweise 100 Milliarden Dollar bis auf 40 Milliarden Dollar geschrumpft war, hat sich damit wieder erholt. Derzeit ist das Unternehmen den Anlegern etwa 69 Milliarden Dollar wert.

Damit es weiter aufwärts geht, da sind sich Experten einig, muss Facebook vor allem die mobilen Umsätze weiter steigern. "Facebook muss seine Bemühungen auf den mobilen Sektor fokussieren", sagt etwa Brian Blau, Analyst beim Researchhaus Gartners. "Die Zukunft des Unternehmens hängt davon ab, inwieweit es gelingt, die mobilen Nutzer zu monetarisieren."

Auch Firmenchef Zuckerberg hat die Bedeutung von "mobile" längst erkannt. Die Möglichkeiten, in dem Bereich Geld zu verdienen, seien "der am meisten unterschätzte Aspekt an Facebook" überhaupt, sagte er bei der Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal.

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