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20.01.2013
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Erster Börsengang 2013
Immobilienfirma LEG startet Milliarden-IPO

LEG-Zentrale in Düsseldorf: Der Wohnungskonzern geht an die Börse
DPA

LEG-Zentrale in Düsseldorf: Der Wohnungskonzern geht an die Börse

Der Börsengang der Immobilienfirma LEG, der am Montag startet, wird größer als erwartet. Ein Goldman-Sachs-Fonds und ein Finanzinvestor wollen mit dem Wohnungskonzern aus Nordrhein-Westfalen mehr als eine Milliarde Euro erlösen. Die LEG wäre vom Start weg ein MDax-Kandidat.

Frankfurt am Main - Der Börsengang des nordrhein-westfälischen Wohnungskonzerns LEG soll den Eignern einen Milliardenerlös in die Kasse spülen. Die Whitehall-Fonds von Goldman Sachs und der Finanzinvestor Perry Capital wollen bis zu 57,5 Prozent der LEG an die Börse bringen und könnten damit im besten Fall gut 1,4 Milliarden Euro einnehmen, wie sie mitteilten. Das ist deutlich mehr als in Finanzkreisen zuletzt erwartet worden war.

Der angepeilte Börsenwert von 2,2 bis 2,5 Milliarden Euro würde locker für den Einzug in den Nebenwerteindex MDax Chart zeigen reichen. Die Gelegenheit ist so günstig wie lange nicht: Die Schuldenkrise hat sich beruhigt, der Aktienmarkt läuft rund und der Appetit der Anleger auf Immobilienanlagen ist ungebrochen. Insgesamt werden den Investoren vom Montag an bis zum 31. Januar knapp 30,5 Millionen Aktien in einer Preisspanne von 41 bis 47 Euro angeboten, davon knapp vier Millionen Papiere als Platzierungsreserve.

Die Erstnotiz im streng regulierten Prime Standard der Frankfurter Börse ist für den 1. Februar geplant. Klappt das Vorhaben, wäre die LEG der erste Börsengang 2013 und der größte eines Immobilienunternehmens in Deutschland seit der Berliner GSW im Frühjahr 2011.

Die LEG mit Sitz in Düsseldorf verwaltet 91.000 Wohnungen und zählt damit zu den Schwergewichten der Branche. Bei der Übernahme 2008 hatten Whitehall und Perry dem Land Nordrhein-Westfalen 3,4 Milliarden Euro gezahlt und dabei 2,6 Milliarden Euro Schulden übernommen. Die Refinanzierung der Verbindlichkeiten war die größte Hürde für den Börsengang und wurde 2012 abgeschlossen.

LEG Lockt mit hoher Dividende

Nun sind noch knapp 2,4 Milliarden Euro Schulden übrig. Der Wert des Wohnungsbestands abzüglich Schulden (NAV) wird auf rund 2,4 Milliarden Euro taxiert, nach einer konservativeren Bewertungsgrundlage sind es 2,1 Milliarden.

Grundlage für das Initial Public Offering (IPO) sind die Neunmonatszahlen: Per Ende September lag das operative Ergebnis (Ebitda) bei 180,2 (Vorjahr: 183,7) Millionen Euro. Der für die Dividende maßgebliche Betriebsgewinn aus dem laufenden Geschäft (FFO) stieg auf 101,3 (93,9) Millionen.

LEG-Chef Thomas Hegel wirbt um Investoren mit dem Argument, sein Unternehmen biete in NRW billigen Wohnraum an, der wegen der vielerorts rasant steigenden Mieten dringend gebraucht werde. Entsprechend niedrig ist der Leerstand im Portfolio, die Mieteinnahmen sind verlässlich. "Eine Investition in die LEG-Aktie bietet die Möglichkeit, in ein rein auf Wohnimmobilien ausgerichtetes Unternehmen mit hohem Wachstums- und Dividendenpotenzial zu investieren", sagte er. Die LEG verspricht den Aktionären im Börsenprospekt eine Dividende von bis zu 65 Prozent des FFO. Für 2012 gibt es allerdings nur 16 Prozent.

Der Erlös aus dem Börsengang fließt komplett in die Taschen der Eigner, die seit längerem auf einen günstigen Zeitpunkt für den Ausstieg warten. Whitehall will seinen Anteil auf 33 von 89 Prozent reduzieren und könnte damit bis zu 1,39 Milliarden Euro einnehmen, Perry begnügt sich mit einer kleinen Platzierung für bis zu 40 Millionen Euro.

Eine Kapitalerhöhung, die der LEG frisches Geld für Wachstum einbringen könnte, ist nicht geplant. Mit weiteren Aktienverkäufen ist mittelfristig zu rechnen, denn letztlich wollen die Finanzinvestoren komplett aussteigen. Doch haben sich die beiden Alteigentümer verpflichtet, in den nächsten sechs Monaten unabgesprochen keine weiteren Aktien auf den Markt zu werfen.

Der Börsengang wird federführend begleitet von Goldman Sachs Chart zeigen und der Deutschen Bank Chart zeigen. Am Montag wollen die Eigner bei einer Pressekonferenz für ihre Pläne werben.

cr/rtr

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