Alternative Geldanlagemanager magazin RSS  - Alternative Geldanlage

Alle Artikel und Hintergründe


18.01.2013
Twitter GooglePlus Facebook

Geständnis
Millionenbetrüger erläutert sein Schneeballsystem

"Es war mir von Anfang an klar, dass das nie und nimmer funktionieren würde": Anlagebetrüger Ulrich Engler im Landgerichtssaal in Mannheim
DPA

"Es war mir von Anfang an klar, dass das nie und nimmer funktionieren würde": Anlagebetrüger Ulrich Engler im Landgerichtssaal in Mannheim

Einen Porsche für den besten Vermittler: Der Anlagebetrüger Ulrich Engler enthüllt sein ausgefeiltes Schneeball-System. Das Geständnis wird ihm wohl eine mildere Strafe einbringen.

Mannheim - Der 51-jährige Ulrich Engler hat vor Gericht seinen millionenschweren Anlagebetrug gestanden und kann nun mit weniger als neun Jahren Gefängnis rechnen. Engler gab vor dem Landgericht Mannheim zu, mit einem Schneeballsystem von den USA aus rund 1300 Anleger um mehr als 37 Millionen US-Dollar betrogen zu haben - nach heutiger Umrechnung rund 28 Millionen Euro.

Den Anlegern hatte er laut Gericht Renditen von bis zu 72 Prozent im Jahr versprochen. "Es war mir von Anfang an klar, dass das nie und nimmer funktionieren würde", sagte Engler. Nachdem der Schwindel 2007 aufgeflogen war, tauchte der gebürtige Schwabe fünf Jahre in den USA unter, ehe er im Juli 2012 in Las Vegas gefasst werden konnte.

Im Gegenzug für das Geständnis hat das Gericht Engler nach einer Absprache mit Staatsanwaltschaft und Verteidigung eine deutlich mildere Strafe in Aussicht gestellt: In der Spanne von acht Jahren bis acht Jahren und neun Monaten. Nach Angaben der Verteidigung hätten andernfalls bis zu 15 Jahre Haft gedroht. Der Prozess wird voraussichtlich noch bis März dauern.

System von Vermittlern und Untervermittlern

Ausführlich gab Engler Einblick in sein Betrugssystem. Von 2005 an baute er demnach von Florida aus ein System von Vermittlern und Untervermittlern auf, die bei Anlegern bis zu siebenstellige Beträge einsammelten. Die wollte Engler vorgeblich in Aktien investieren. Tatsächlich besaß er nur ein Übungsprogramm für Aktiengeschäfte, mit dem er nach eigenen Angaben aber seinen Vermittlern große Geschäfte vorspiegelte. Allzu viele kritische Nachfragen habe es von diesen nicht gegeben, sagte Engler: "Die haben das Geld ihres Lebens verdient."

Tatsächlich habe er das eingenommene Geld für seinen luxuriösen Lebensstil und für die Provisionen der Vermittler genutzt. Ein Teil der neu eingenommenen Gelder sei verwendet worden, um Ansprüche anderer Anleger zu befriedigen, sagte Engler.

Vor Gericht wirkt Engler mit seinem Seitenscheitel, gekleidet in Jeans und Pullover, eher unscheinbar - bei seinen Vermittlern war er nach eigenen Angaben der große Held. Im November 2006 habe er die besten 30, 40 Vermittler samt Partnerinnen in die USA eingeladen. Für jeden gab es eine Goldmünze und viele andere Annehmlichkeiten. Engler präsentierte einen Kontoauszug, auf dem 500 Millionen US-Dollar verzeichnet waren - dass es sich dabei um Luftbuchungen handelte, verschwieg er. Die vier Hauptvermittler, von Engler "Famous Four" genannt, durften sich auch mal Luxusautos und andere Träume auf Englers Kosten erfüllen.

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

© manager magazin online 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH





Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Seminarmarkt: Tanken Sie Karrierewissen Seminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug? GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Handytarife: Finden Sie den passenden Tarif Handytarife:
Finden Sie den passenden Tarif