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15.01.2013
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Anlagebetrug
Mutmaßlicher Millionenbetrüger kündigt Geständnis an

Madoff, Kiener, Harksen: Die Galerie der größten Anlagebetrüger
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DPA

In einem der spektakulärsten Fälle von Anlagebetrug seit Jahren will der angeklagte Ulrich E. ein Geständnis ablegen. Dem ehemaligen Staubsaugervertreter wird vorgeworfen, rund 1300 Anleger um mehr als 28 Millionen Euro betrogen zu haben - mit dubiosen Methoden.

Mannheim - Im Prozess um den Millionenbetrug mit fingierten US-Aktiengeschäften hat der Angeklagte Ulrich E. ein vollständiges Geständnis angekündigt. Engler, der mit einem Schneeballsystem Tausende Anleger geprellt haben soll, sei bei einer raschen Verständigung über ein Strafmaß zu einem Geständnis bereit, erklärte Englers Anwalt, Nicolas Frühsorger, am Dienstag zum Prozessauftakt in Mannheim.

Staatsanwaltschaft und Verteidiger einigten sich bereits auf maximal acht Jahre und neun Monate Haft. Für den vorgeworfenen schweren Betrug könnten theoretisch bis zu 15 Jahre Haft verhängt werden.

Die Staatsanwaltschaft wirft E. vor, knapp 1300 Anlegern um insgesamt 37 Millionen US-Dollar geprellt zu haben. Doch lasse sich nur ein Teil der illegalen Geschäfte nachweisen. Tatsächlich dürfte die Zahl der Geschädigten und der Schaden deutlich höher liegen. Nach Schätzungen von E.s Anwalt wurden insgesamt 3000 bis 6000 Anleger geschädigt, zur Höhe des Gesamtschadens wollte er sich nicht äußern.

Sollte das Gericht der Absprache zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung beim nächsten Verhandlungstermin am Freitag zustimmen, würde das Mammutverfahren gegen den 51-Jährigen wesentlich abgekürzt. Zudem könnte E. nach Verbüßen von zwei Dritteln seiner Strafe frei kommen.

Monatlich 6 Prozent Rendite mit dubiosem Computerprogramm

Der gelernte Bürokaufmann habe Anlegern von 2004 bis 2007 vorgegaukelt, mit einem Computerprogramm Aktienkursentwicklungen an der New Yorker Börse schneller als andere Händler erkennen zu können und hohe Gewinne zu erzielen. Monatlich stellte er dabei drei bis sechs Prozent Rendite, bei einer Wiederanlage der Erträge noch höhere Gewinne in Aussicht, sagte Staatsanwältin Yvonne Durban.

E. habe jedoch keinen Aktienhandel betrieben, sondern ein Schneeballsystem. Mit neu eingenommenen Geld zahlte er zum Teil Ausschüttungen an andere Anleger aus. Auf Kosten seiner Opfer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz leistete er sich einen aufwendigen Lebensstil in Florida und bezahlte Provisionen an Vermittler in Europa. Ein Dutzend von ihnen hat die Staatsanwaltschaft Mannheim bereits wegen Betruges angeklagt.

Nach jahrelanger Flucht von US-Behörden ausgeliefert

E. war nach jahrelanger Flucht im Juli 2012 von den US-Behörden nach Deutschland ausgeliefert worden. Die deutschen Strafverfolger hatten ihn bereits seit 2007 mit internationalem Haftbefehl gesucht. Der Angeklagte stellte sich im Gerichtssaal offen den Kameras und schilderte seinen persönlichen Werdegang.

Der ehemalige Berufssoldat und Staubsaugervertreter arbeitete jahrelang in Ulm, Stuttgart und Iserlohn als Finanzberater und vermittelte Versicherungen, Bausparverträge oder Immobilienfonds. In den 90er Jahren bereits ging er dubiosen Geschäften nach und lebte seinem Anwalt zufolge über seine Verhältnisse.

Mitte der 90er Jahre setzte er sich nach eigenen Worten in die USA ab, nachdem er drei Wochen in Untersuchungshaft gesessen hatte. Dort versuchte er unter anderem, pornographische Internet-Seiten zu verkaufen, ehe er mit dem angeblichen Computerhandel auf Kundenfang ging. Mit Hilfe von Vermittlern sammelte er Millionen von Anlegern ein. In Florida leistete er sich Luxusautos, Kunstwerke und Edelsteine, wie sein Verteidiger sagte. In den USA laufe deshalb noch ein Insolvenzverfahren.

Der in Mannheim verhandelte Anlagebetrug steht in einer langen Reihe ähnlicher Verfahren wie jene um die US-Anlagebetrüger Allen Stanford und Bernie Madoff, die in der Vergangenheit für Aufsehen sorgten.

krk/dpa/reuters

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