Mittwoch, 1. April 2015

Fulminanter Jahresauftakt Bankaktien im Höhenrausch

Rauf, runter - und rauf: Bankaktien haben seit Jahresbeginn zweistellig zugelegt

Lange Zeit ließen Börsianer Bankaktien links liegen - ihre Risiken galten als unkalkulierbar. Doch allein seit Anfang dieses Jahres wuchteten sich Deutsche Bank und Commerzbank auf ein zweistelliges Plus. Und US-Banken gelten als Hoffnungsträger für die anlaufende Bilanzsaison. Was ist geschehen?

Hamburg - Zweistellig ist der Kurszuwachs, den Aktien der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen und der Commerzbank Börsen-Chart zeigen seit Beginn des Jahres 2013 verbuchen können. Das ist weit mehr als im Jahr 2012, als die Papiere noch dem Dax hinterher hinkten - zumindest bis zum Herbst.

Seit Herbst 2012 legen die im Dax Börsen-Chart zeigen notierten Bankentitel kräftig zu und haben den Sprint seit Jahresbeginn noch einmal verschärft. Vor allem die Aktien der Commerzbank Börsen-Chart zeigen stiegen in den vergangenen zwei Wochen in atemberaubenden Tempo - daran ändern auch die ersten Gewinnmitnahmen nichts, die am Freitag bei der Commerzbank einsetzten.

Nicht nur in Deutschland, auch in Europa sind Bankaktien wieder gefragt: Der europäische Bankenindex zählt zu den größten Gewinnern der ersten Handelswoche 2013. In den USA das gleiche Bild: Auch die US-Bank Wells Fargo Börsen-Chart zeigen, die heute ihre Quartalszahlen meldet, konnte sich zuletzt vom Vergleichsindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen lösen.

Eine Kursrally der Finanztitel - trotz der Milliardenstrafen für große Investmenthäuser wie die UBS Börsen-Chart zeigen oder HSBC Börsen-Chart zeigen, trotz der im Abkommen Basel III geplanten kostentreibenden Anhebung der Eigenkapitalanforderungen für Banken. Trotz - oder wegen?

Wegen, sagen Experten. Denn all diese Entwicklungen sorgen für Klarheit. Und in unsicheren Zeiten geht Börsianern nichts über Klarheit und Kalkulierbarkeit. Das gilt für Deutschlands Banken, aber auch für jene aus den USA.

Banken werden wieder kalkulierbar

Damit hat sich ein Börsengesetz umgedreht. "Buy on rumours, sell on facts", heißt es üblicherweise an der Börse - aussteigen, wenn Gerüchte sich erhärten. Insofern wäre üblicherweise nun die Zeit gekommen, aus Bankpapieren auszusteigen. Üblicherweise - doch derzeit dominiert das Sicherheitsbedürfnis. Und dieses Bedürfnis wird erst befriedigt, wenn den wabernden Untergangsfantasien Grenzen gesetzt werden. Auf Grund der von der Baseler Finanzaufsicht und der von der US-Finanzaufsicht SEC geschaffenen Fakten gelten die Bank-Aktien nun wieder als kalkulierbar.

Beispiel Strafzahlungen: Die Schweizer UBS muss eine Geldstrafe von insgesamt 1,4 Milliarden Franken (1,16 Milliarden Euro) an US-amerikanische, britische und Schweizer Behörden überweisen, für die Royal Bank of Scotland (RBOS) stehen 350 Millionen Pfund im Feuer. Viel Geld - doch nun eben eine konkrete Zahl und keine Fata Morgana.

Beispiel Basel III, jenes internationale Abkommen, das Banken weltweit zwingen soll, mehr Eigenkapital zu hinterlegen und damit stabiler zu werden: Ursprünglich sollten die Finanzhäuser es bis 2015 vollumfänglich erfüllen, nun haben sie vier Jahre mehr Zeit. Auch das schafft eine Form der Klarheit - es gibt den Banken mehr Zeit, ihre Schulden abzuzahlen und ihre Bilanzen aufzuräumen.

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