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04.01.2013
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Aktien aus Irland
Leicht gesalzen

Von Georg Thilenius

Die gute Butter: Bei Kerry steigt seit Jahren der Gewinn. Für Anleger interessant
DPA

Die gute Butter: Bei Kerry steigt seit Jahren der Gewinn. Für Anleger interessant

Irlands Bürger liefern ein Beispiel dafür, wie ein Land durch konsequente und schmerzhafte Reformen wieder an Wettbewerbsfähigkeit gewinnen kann. Der Lohn ist ein stattlicher Exportüberschuss. Investoren können dies nutzen - zum Beispiel mit irischer Butter. Kerry ist ein defensives und lukratives Investment.

Nur wenige Aktienindizes haben im Jahr 2012 den deutschen Aktienindex geschlagen: Dazu gehört der griechische Athex, der mit 33 Prozent Plus den deutschen Leitindex Dax (29 Prozent) hinter sich ließ. Nach einem Einbruch der griechischen Börse um rund 50 Prozent im Jahr 2011 wächst unter Investoren die Zuversicht, dass das Land dank der immer neuen Milliardenhilfen der Euro-Länder über Wasser bleibt.

Dies ist nach Meinung wohlwollender Beobachter auch nicht besonders erstaunlich. Denn in Griechenland ist der Gang zum Geldautomaten, der regelmäßig auf erstes Anfordern und in gewünschter Höhe aus Frankfurt, Berlin, Paris, Brüssel, Helsinki und so weiter gefüllt wird, zu einer Selbstverständlichkeit geworden.

Aus griechischer Sicht ist es da konsequent, dass die Familie Papandreou, die über zwei Generationen hinweg mehrere Ministerpräsidenten gestellt hat, laut Medienberichten ein Millionen-Konto in der Schweiz unterhalten soll - was die Familie Papandreou zurückweist. Ob die EU wohl die Kraft aufbringt, das Geld zurück zu fordern, falls der Nachweis des redlichen Erwerbs nicht gelingt?

In Irland sehen die Dinge ganz anders aus. Das Land ist im Zuge einer Bankenkrise auch Hilfsempfänger der EU geworden. Irland hat seither offensichtlich die richtigen Maßnahmen ergriffen. Löhne und Gehälter wurden gesenkt und andere Reformen eingeleitet.

Irlands Exportüberschuss birgt Chancen

Die Wettbewerbsfähigkeit Irlands hat sich seit 2008 um 18 Prozent verbessert, gemessen an den Lohnstückkosten. Dies vergleicht sich mit einer Steigerung von 4 Prozent in Deutschland und von 11 Prozent im Rest der Eurozone während des selben Zeitraums.

Damit hat Irland einen Überschuss im Außenhandel erreicht, was bedeutet, dass es mehr exportiert als es importiert. Die frei werdenden Mittel stehen zur Rückführung der Schulden zur Verfügung. Dieser Exportüberschuss ist nicht gerade klein. Es ist der drittgrößte in der Eurozone direkt hinter Deutschland und den Niederlanden.

Investoren, die ihre Anlagen diversifizieren wollen, sind nach unsere Ansicht gut beraten, diese Exportstärke zu nutzen. Wer sich auf die Suche nach interessanten Anlagenmöglichkeiten begibt, muss nicht auf die grüne Insel fahren. Ein Gang in den Supermarkt in Deutschland genügt.

Das Milchgeschäft ist defensiv und wenig zyklisch

Dort findet sich häufig im Kühlregal die Butter der Marke Kerrygold. Kerry Chart zeigen ist mit 5 Milliarden Euro Umsatz das größte börsennotierte Unternehmen Irlands. Hauptprodukte sind Milch, Butter, Käse, Joghurt und Lebensmittelzusätze, die unter anderem für Milchpulver und anderes gebraucht werden. Seid vielen Jahren schon steigt der Gewinn mit Wachstumsraten von ungefähr 10 bis 15 Prozent im Jahr.

Dieses Wachstum hat sich auch auf die Kursentwicklung der Aktie übertragen. Der Kurs der Aktie ist in den letzten zwei Jahren seit Ende 2010 um 58 Prozent gestiegen. Und die Bewertung ist mit einem Kurs - Gewinn - Verhältnis - von 16 den langfristigen Wachstum entsprechend angemessen.

Das Milchgeschäft ist defensiv und wenig zyklisch. Anleger, die vor einer Abschwächung der Konjunktur in den nächsten Jahren Sorge haben, und ihre Anlagen geografisch diversifizieren wollen, sind nach unserer Meinung bei Kerry gut aufgehoben.

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Zur Person

Georg Thilenius ist geschäftsführender Gesellschafter der bankunabhängigen Vermögensverwaltung Dr. Thilenius Management in Stuttgart. Das Unternehmen unterliegt der Aufsicht der Bafin.









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