Donnerstag, 17. Januar 2019

Pfandhäuser Hoher Goldpreis lässt die Kassen klingeln

Steigender Wert: Auf Goldschmuck haben es Pfandleiher besonders abgesehen

2. Teil: Große Unterschiede zwischen Anbietern

Entscheidender Unterschied zwischen Bank- und Pfandkrediten ist, "dass der Kunde beim Pfandkredit ausschließlich mit seinem verpfändeten Gegenstand haftet und nicht persönlich mit seinem sonstigen Vermögen, weshalb auch keine Prüfung der persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Kunden erforderlich ist", betont Schedl.

Verbraucherschützer beobachten mitunter große Unterschiede bei den ausgezahlten Darlehen und raten dazu, genau zu vergleichen. "Häufig ist der Pfandkredit ein schneller, aber auch ein sehr teurer Kredit", gibt Claudia Kurzbuch, Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung, zu bedenken.

Dies sieht auch Stefanie Laag von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen so: "Natürlich ist es ein einfacher Kredit, aber gerade bei längeren Laufzeiten kann der effektive Jahreszins weit über dem eines üblichen Bankkredits oder eines Dispo-Kredits liegen."

Risiko liegt beim Pfandleiher

Möchte der Kunde seinen Gegenstand wiederhaben, muss er die Kreditsumme samt Zinsen und Gebühren zurückzahlen. Holt er ihn nicht ab, ist das Geschäft für ihn im Grunde erledigt. Es kommt frühestens nach vier Monaten zu einer öffentlichen Versteigerung. Mehrerlöse stehen dem Kunden zu, die er zwei Jahre lang abholen kann. Ansonsten fallen sie dem Fiskus zu.

Bei der Festlegung des Darlehens müssen die Kunden einen Sicherheitsabschlag vom tatsächlichen Wert in Kauf nehmen. "Denn der Pfandleiher trägt das Risiko, dass in der Versteigerung kein Gebot abgegeben wird, das Darlehen sowie die Zinsen und Gebühren deckt", so Schedl.

Allerdings komme es nur in 10 Prozent der Fälle zu einer Versteigerung. Nach seinen Worten suchen auch vermehrt Mittelständler Leihhäuser auf, um mit dem Einsatz eines privaten Pfandgegenstands einen Kredit für eine Zwischenfinanzierung zu bekommen.

nis/apd

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