21.12.2012
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Maya-Kalender
Weltuntergangssuppe

Maya-Nachfahren an der Pyramide in Chichén Itzá: Am 21. Dezember 2012 soll etwas Außerordentliches passieren.
dpa

Maya-Nachfahren an der Pyramide in Chichén Itzá: Am 21. Dezember 2012 soll etwas Außerordentliches passieren.

Viele versuchen, im französischen Bugarach oder im türkischen Irince dem Weltuntergang zu entkommen. Beim Thema Geldanlage lässt sich der Untergang dagegen vermeiden, meint James Dilworth, Europa-Chef von Allianz Global Investors. Man sollte Risiken kennen, nicht in Panik verfallen - und die Wahrheit nicht in Extremszenarien suchen.

Hamburg - Wie sie sich doch gleichen, die globalisierte und mediale Welt des 21. Jahrhunderts und die Kulturen vor der Aufklärung. Weltuntergangsszenarien und Seelenrettung haben über Jahrtausende nicht an Aktualität und Faszination eingebüßt. Wahrscheinlich hat sich nur die durchschnittlich empfundene Panik dank einer Vielzahl von Expertenstimmen etwas gelegt. So war schon kurz vor dem durch das Ende des Maya-Kalenders definierten Ende der Welt klar, dass es sich hierbei um eine fahrlässige Fehlinterpretation von Untergangspropheten handelte.

Nichtsdestotrotz scheint es genügend Menschen zu geben, die aus Furcht oder Sensationslust, den Weltuntergang aus sicherer Entfernung beobachten wollten (man weiß ja nie).

Angeblich wäre es einzig in Bugarach, einem Dorf des französischen Baskenlands und im westtürkischen Irince möglich, dem Unheil zu entkommen, wo sich bereits das örtliche Gewerbe auf einen Touristenansturm eingestellt hat. Im Radio beschrieb eine türkische Restaurantbesitzerin detailliert das Weltuntergangs-Menü: Weltuntergangssuppe, Döner mit Pfefferreis und Paradiesfrucht als Nachtisch.

Geldanlage: Die Wahrheit liegt in der Mitte

In der Finanzwelt läuft es übrigens nicht unähnlich. Während die einen den Untergang der Aktie voraussagen, halten andere Anleihen für Teufelszeug. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen und die flexible Aufteilung des Vermögens in unterschiedliche Anlageklassen ist wohl immer noch die langfristig vielversprechendste Form der Geldanlage, zumal sich dadurch eine Vielzahl an Renditeperlen entdecken lässt.

Insofern kann man die vielen Millionen Menschen, die sich recht entspannt zwischen Bugarach und irince bewegen, nur beglückwünschen. Sie löffeln nicht die überteuerte (über den Geschmack lassen sich nur Vermutungen anstellen) Weltuntergangssuppe, sondern erfreuen sich einer Vielzahl regionaler Spezialitäten, genießen die schönen Landschaften und Kulturdenkmäler in einem vielseitigen Europa.

Dass es auch hier große und kleine Probleme gibt ist offensichtlich, die Staatsschuldenkrise der Eurozone ist noch nicht überstanden. Wichtig ist jedoch die Erkenntnis, dass Schicksal oder auch Risiko immer etwas mit der persönlichen Perspektive des Betrachters zu tun hat und immer nur individuell verarbeitet oder vermieden werden kann.

Risiken abschätzen, Panik vermeiden

Bei allem gesunden Optimismus, den der Mensch für ein erfülltes Leben haben sollte, sollte nicht der nüchterne Blick auf mögliche Gefahren und deren Eintrittswahrscheinlichkeit fehlen. Genauso wie man es tunlichst vermeiden sollte bei Gewitter auf einem offenen Feld zu stehen, die Autobahn zu Fuß zu überqueren oder die Ehefrau mit einem Bügeleisen zu beschenken sollten Anleger den Blick dafür schärfen, wie viel Kaufkraft ihr Erspartes beim aktuellen Sparzins, der unterhalb der Inflation liegt, wohl in 20 Jahren noch haben wird.

Wer diese unerfreuliche Erkenntnis bereits heute hat, ist angesichts einer Vielzahl attraktiverer Anlagemöglichkeiten in der Lage, angemessen zu reagieren und muss nicht in zwanzig Jahren panisch die Hände über dem Kopf zusammenschlagen oder im westtürkischen irince sein Heil suchen. Denn eines scheint nun doch gewiss: ein Leben lang nur Weltuntergangssuppe zu essen kommt einem Weltuntergang schon ziemlich nah.

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    Allianz Global Investors
    James Dilworth, Autor dieses Gastbeitrags, ist Europachef beim Vermögensverwalter Allianz Global Investors.









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