19.12.2012
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Bausparkassen
Aigner warnt vor Übervorteilung der Bausparkunden

Ilse Aigner: "Bei jeder Vertragsumwandlung ist Vorsicht geboten"
DPA

Ilse Aigner: "Bei jeder Vertragsumwandlung ist Vorsicht geboten"

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner hat vor einer Übervorteilung der Kunden bei Bausparverträgen gewarnt. Dass Bausparkassen versuchen, Kunden von hoch in niedriger verzinste Verträge zu locken, ist nach Ansicht der Finanzaufsicht Bafin jedoch eher die Ausnahme als die Regel.

Düsseldorf/Stuttgart - "Ich erwarte, dass Vertragspartner fair miteinander umgehen", sagte Aigner dem "Handelsblatt". Die Fairness werde verletzt, wenn ein Vertragspartner das Vertrauen des anderen ausnutze, um diesen zu finanziell nachteiligen Entscheidungen zu bewegen, die dem eigenen Vorteil dienten. "Bei jeder Vertragsumwandlung ist Vorsicht geboten. Wer die finanziellen Konsequenzen nicht abschätzen kann, sollte unabhängigen Rat in Anspruch nehmen", fordert Aigner die Kunden vor Abschluss eines neuen Vertrags auf.

Zuvor hatte das "Handelsblatt" berichtet, dass die Wüstenrot-Bausparkasse versucht habe, Bausparkunden zu deren Schaden von hoch in niedriger verzinste Verträge zu locken. Die Bausparkasse habe an Hunderttausende Kunden Briefe verschickt, in denen sie ihnen vorschlug, den mit mindestens 3,5 Prozent verzinsten Bausparvertrag zu kündigen und einen neuen, deutlich niedriger verzinsten Vertrag zu unterschreiben.

Wüstenrot wehrt sich gegen die Vorwürfe. Ziel der Aktion sei es gewesen, Kunden zu beraten, die das Sparziel ihres Bausparvertrags nicht mehr erreichen können, hieß es in einer Mitteilung.

Finanzaufsicht: "Bedauerliche und ärgerliche Einzelfälle"

Deutschlands Versicherer versuchen jedoch nach Einschätzung der Finanzaufsicht BaFin ihre Kunden derzeit nicht massenhaft in neue Verträge zu drängen. "Meines Erachtens handelt es sich nicht um ein flächendeckendes Problem, sondern um bedauerliche und ärgerliche Einzelfälle", sagte BaFin-Präsidentin Elke König dem "Handelsblatt" (Mittwochsausgabe). Versicherer seien trotz schwacher Ertragsmöglichkeiten durch niedrige Kapitalmarktzinsen "ganz sicher nicht" zu solchen Schritten gezwungen.

Deutschlands Lebens- und Krankenversicherer könnten ihre Leistungsversprechen auf kurze und mittlere Sicht erfüllen, sagte König der Zeitung. Dies hätten wiederholte Belastungstests und Berechnungen der Finanzaufsicht gezeigt.

Würden Missstände der Unternehmen im Umgang mit Kunden bekannt, "schreitet die BaFin im Interesse der Versicherungsnehmer" ein, betonte König. Für die Finanzaufsicht sei es "ein Problem", wenn Versicherungsfirmen versuchten, Kunden zu einer Vertragsauflösung und zum Umstieg auf für die Versicherten weniger günstige Verträge zu bewegen. Ein solches Verhalten wäre mit den geltenden Beratungspflichten "kaum in Einklang zu bringen und birgt daher ein hohes Schadensersatzrisiko".

la/dapd

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