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19.12.2012
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Aktienrückkauf
US-Regierung will bei General Motors aussteigen

Flagge zeigen: Die US-Regierung will ihr Engagement bei GM zurückfahren
DPA

Flagge zeigen: Die US-Regierung will ihr Engagement bei GM zurückfahren

Ohne die Milliardenhilfe der Steuerzahler hätte die Opel-Mutter GM nicht überlebt. Nun kündigt der US-Konzern an, Aktien vom Finanzministerium zurückzukaufen - und so den Beinamen "Government Motors" loszuwerden. Die Aktie springt, doch für den Staat ist es ein Verlustgeschäft.

Detroit - Der vor drei Jahren vom Staat gerettete Autohersteller General Motors Chart zeigen kauft sich Stück für Stück von der US-Regierung frei. Wie die Opel-Mutter am Mittwoch mitteilte, will sie Aktien im Volumen von 5,5 Milliarden Dollar von der Regierung erwerben.

Der Kauf der rund 200 Millionen Papiere zum Preis von 27,50 Dollar - ein Aufschlag von knapp 8 Prozent auf den Schlusskurs von Dienstag - soll Ende des Jahres beendet sein. Damit sinkt der Anteil des Staates auf 19 Prozent von zuvor 26 Prozent.

Spätestens in 15 Monaten will die US-Regierung gar keinen Fuß mehr in der Tür des wiedererstarkten Detroiter Konzerns haben und auch die restlichen etwa 300 Millionen Aktien abgestoßen haben. Damit dürfte dann General Motors auch seinen ungeliebten Beinamen "Government Motors" wieder verlieren.

Investoren reagierten erfreut. Die GM-Aktie legte rund 9 Prozent zu. Anleger rechnen damit, dass der Konzern an Handelsfreiheit gewinnt, wenn der Staat nicht mehr mit am Tisch sitzt. Das Finanzministerium erklärte, es reduziere bestimmte Vorgaben beispielsweise für die US-Produktion. Die Gehälter für Manager bleiben gedeckelt wie es das Tarp-Programm vorsieht.

GM-Aktie springt - Steuerzahler macht mit Rettung Verlust

Trotz des Aufschlags, den GM auf das Aktienpaket zahlt, ist die Rettung für die US-Regierung ein Verlustgeschäft. Zusammen mit nun eingehenden 5,5 Milliarden Dollar hat der Staat durch die Reduzierung der Beteiligung 28,6 Milliarden Dollar eingesammelt.

Damit müssten die verbleibenden 300 Millionen Papiere zu einem Preis von mehr als 69 Dollar verkauft werden, um die Differenz zur Rettungssumme von 50 Milliarden Dollar wettzumachen. Das erscheint aber unrealistisch. Am Mittwoch lag der GM-Kurs bei 27,65 Dollar.

"Die Regierung sollte nicht für unbestimmte Zeit Anteile an privaten Unternehmen besitzen", begründete das Finanzministerium dennoch den Ausstieg.

Um Arbeitsplätze in der Finanzkrise zu sichern, rettete der Staat neben GM auch Chrysler. Im Rahmen der GM-Rettung stieg das Finanzministerium 2009 über das sogenannte Tarp-Programm mit einem Anteil von fast 61 Prozent bei General Motors ein. Diese Beteiligung wurde um mehr als die Hälfte reduziert, als GM im November 2010 für rund 23 Milliarden Dollar an die Börse ging. Später wurde der Anteil weiter reduziert.

GM wird wegen des jüngsten Rückkaufs im vierten Quartal Kosten in Höhe von 400 Millionen Dollar verbuchen. Während GM auf dem US-Markt wiedererstarkt ist und in Schwellenländern gute Geschäfte macht, läuft es in Europa nicht gut, wo GM die Marken Opel und Vauxhall betreibt. Das Bochumer Automobilwerk mit 3365 Beschäftigten wird dichtgemacht. Opel begründet dies mit dem dramatisch geschrumpften Automarkt in Westeuropa und den Überkapazitäten in der gesamten Branche.

cr/rtr

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