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13.12.2012
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Zwangsverkäufe
Immobilienfonds droht erneutes Desaster

Von Martin Hintze

Frankfurter Skyline: Viele offene Immobilienfonds haben in der Bankenmetropole investiert
DPA

Frankfurter Skyline: Viele offene Immobilienfonds haben in der Bankenmetropole investiert

2. Teil: 80 Prozent der Portfolios betroffen

"Die Bafin schwenkt von einer strengen Regulierung auf ein freies Verfahren um und sorgt dadurch automatisch für ein schwieriges Marktumfeld", sagt Bärbel Schomberg, Chefin der Immobilienberatung Schomberg & Co Real Estate Consulting. Schomberg hat selbst mehrere Jahre offene Immobilienfonds gemanagt, unter anderem für die Allianz, SEB und Aberdeen.

Bislang kamen die Fonds mit den Verkäufen gut voran. Seit 2008 wurden laut BIIS 142 Objekte im Volumen von elf Milliarden Euro verkauft. Der Abschlag zum Verkehrswert lag bei niedrigen 1,8 Prozent. "Viele Fonds haben bislang nur ihr Tafelsilber verkauft und dafür überwiegend gute Preise erzielt", sagt Sonja Knorr, Analystin bei der Ratingagentur Scope. Bei hochwertigen Objekten erwartet sie auch in Zukunft keinen Preisrutsch. "Auch institutionelle Investoren haben Anlagedruck", sagt Knorr.

Anders sieht es bei Immobilien aus, die nicht zum sogenannten Core- oder Core-Plus-Segment gehören. Dazu zählen beispielsweise Bürohäuser, die sich nicht in attraktiven Lagen befinden oder deren Mietverträge bald auslaufen. Sie machen laut BIIS 80 Prozent der Portfolien aus. "Bei Problemimmobilien ist die Furcht vor einer Abwärtsspirale berechtigt", sagt Scope-Analystin Knorr.

Exit über die Börse unattraktiv

Die Bafin selbst will sich zu den Vorwürfen nicht äußern. "Ziel der Finanzaufsicht ist es, die Anleger nicht unbegrenzt warten lassen", sagt Analystin Knorr. Um Ramschverkäufe zu vermeiden, sollten der Depotbank jedoch Preisgrenzen vorgeschrieben werden. "Kein Anleger ist an einer schnellen Abwicklung interessiert, sondern daran, möglichst viel Geld zurückzubekommen", sagt Finanzexperte Sebastian.

Auch ein Ausstieg über die Börse ist für die betroffenen Anleger keine attraktive Alternative. "Bereits jetzt müssen Anleger Abschläge von bis zu 30 Prozent hinnehmen, dabei hat der Zweitmarkt die Bafin-Vorgaben noch gar nicht eingepreist", sagt Fonds-Expertin Schomberg.

Verbandschef Archner pocht auf eine grundlegende Änderung, bislang allerdings ohne Erfolg. Auch bei dem am Mittwoch vom Kabinett beschlossenen AIFM-Umsetzungsgesetz stand das Thema Abwicklung offener Immobilienfonds nicht auf der Agenda.

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