Hamburg - Die "soziale Gerechtigkeit" zählt zu den Lieblingsvokabeln linker Politiker. Zwar kennt kaum jemand ihre genaue Definition. Dennoch sind sich die Vertreter von SPD, Grünen und Linken sicher, dass es soziale Gerechtigkeit in Deutschland nicht gibt. Vielmehr sei vieles höchst ungerecht verteilt, zum Beispiel: Vermögen, Einkommen, Rechte oder Lasten.
Tatsächlich lässt sich zwar die These von einer zunehmenden finanziellen Ungleichverteilung in Deutschland zumindest zum Teil belegen. So geht aus dem "4. Armuts- und Reichtumsbericht" der Bundesregierung hervor, dass das Vermögen hierzulande in den vergangenen Jahren mehr und mehr in die Hände des reichsten Teils der Bevölkerung gewandert ist, wie SPIEGEL ONLINE kürzlich vorrechnete. Bei der Einkommensverteilung dagegen lässt sich demnach keine so eindeutige Entwicklung nachweisen.
Einwenden könnte man an dieser Stelle, das eine ungleichmäßige Verteilung nur das eine ist, eine ungerechte jedoch das andere. Während die Ungleichheit eine statistisch messbare Größe ist, beruht die Ungerechtigkeit stets auch auf individueller Einschätzung und Wertung.
Das interessiert im linken Lager aber nur Wenige. Die Mehrheit dort überspringt diesen Punkt und kommt gleich zur Lösung des Problems, und die heißt Umverteilung. Von oben nach unten, von reich zu arm, von stark zu schwach.
Auch im Bundestagswahlkampf 2013 wird wieder über soziale Gerechtigkeit diskutiert werden. Und über Umverteilung. Dabei könnte es zwar theoretisch um Be- und Entlastungen gehen. Weil die öffentlichen Kassen aber allgemein klamm sind, geht es beinahe ausschließlich um zusätzliche Belastungen. Und zwar vor allem für jenen Teil der Gesellschaft, der ohnehin zu den Lieblingsgegnern linker Politiker zählt: die Privilegierten, Vermögenden, Einkommenstarken. Jedenfalls geben die Parteien das so vor.
Was den Bundesbürgern tatsächlich ins Haus steht, sollte die aktuelle schwarz-gelbe Bundesregierung durch Rot-Grün oder gar Rot-Rot-Grün abgelöst werden, lässt ein Blick in die Steuerpläne der Parteien erahnen. Hier eine Kostprobe:
SPD
Bündnis 90/Die Grünen
Die Linke
Hinzu kommen je nach Partei verschiedene Ausgabenerhöhungen im Sozialbereich, die ebenfalls geplant sind.
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