Samstag, 28. März 2015

Niedrige Zinsen Post will sich zwei Milliarden Euro holen

Hoffen auf ein Schnäppchen: Die Post will sich günstiges Geld besorgen

Die Deutsche Post DHL nutzt die niedrigen Zinsen und will sich mit einer Wandelanleihe und zwei anderen Schuldverschreibungen zwei Milliarden Euro ins Haus holen. Das Dax-Unternehmen will mit dem Geld einen weiteren Teil seiner Pensionsverpflichtungen finanzieren.

Düsseldorf - Die Deutsche Post will das niedrige Zinsniveau zur Aufnahme von rund zwei Milliarden Euro nutzen und so Mitarbeiterpensionen günstiger finanzieren. Geplant sei eine Wandelanleihe mit einem Volumen von bis zu einer Milliarde Euro, die frühestens in fünf Jahren in Stückaktien der Post getauscht werden könne, teilte der Bonner Konzern am Dienstag mit. Daneben sei die Emission von zwei klassischen Anleihen mit Laufzeiten von acht und zwölf Jahren und einem Volumen von zusammen rund einer Milliarde Euro geplant.

Finanzchef Larry Rosen rechnet mit positiven Auswirkungen auf die Bilanz: "Wir erwarten einen positiven Ergebniseffekt und erreichen eine Entlastung unseres Cashflows", erklärte er.

Aktien der Deutschen Post Börsen-Chart zeigen notierten am Morgen gut ein Prozent im Minus bei 15,89 Euro. Mit dem frischen Kapital soll das für die Altersbezüge der deutschen Mitarbeiter zur Verfügung stehende Vermögen mit einem Zeitwert von derzeit rund zwei Milliarden Euro auf etwa vier Milliarden Euro verdoppelt werden. Der Konzern hofft, dass die Erträge aus der Anlage dieser Milliarden-Summe höher als die Zinsen für die Anleihen sein werden - so könnte der positive Ergebniseffekt erreicht werden, sagte ein Post-Sprecher.

Die nun aufgenommenen Mittel sollen zur Finanzierung von Betriebsrenten für rund 150.000 Angestellte in Deutschland eingesetzt werden, sagte er weiter. Der Konzern beschäftigte Ende 2011 weltweit rund 423.000 Mitarbeiter. Die geplanten Emissionen sollen noch am Dienstag am Markt platziert werden. Die Ratingagentur Moody's hatte erst jüngst den Ausblick für ihre Einstufung der Post von Baa1 auf "positiv" angehoben. Der Konzern kann damit mit einer günstigeren Refinanzierung rechnen.

mihec/rtr

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