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30.11.2012
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Untreue-Verdacht
Staatsanwalt ermittelt gegen Chef von Wölbern Invest

Von Christoph Rottwilm

Figur der Justizia: Staatsanwälte nehmen den Fall Wölbern unter die Lupe
DPA

Figur der Justizia: Staatsanwälte nehmen den Fall Wölbern unter die Lupe

Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat gegen den Chef des Fondsemissionshauses Wölbern Invest, Heinrich Maria Schulte, Ermittlungen eingeleitet. Der Verdacht lautet auf Untreue. Hintergrund sind Vorwürfe von Anlegern, das Fondshaus habe Geld aus Immobilienfonds zweckentfremdet.

Hamburg - Schon im März 2012 hatten Anleger gegen den Inhaber und Chef des Fondsemissionshauses Wölbern Invest, den Arzt und Investor Heinrich Maria Schulte, Anzeige erstattet. Der Vorwurf: Wölbern habe Gelder aus Immobilienfonds des Hauses zweckentfremdet. Die Staatsanwaltschaft Hamburg sah jedoch zunächst keinen Anfangsverdacht und wollte den Fall vor Wochen bereits zu den Akten legen. Nur aufgrund von Protesten zahlreicher Anleger nahmen die Staatsanwälte die Sache nochmals unter die Lupe.

Ergebnis: Nun wurde doch ein Ermittlungsverfahren gegen Schulte eröffnet (Az. 5650 Js 27/12). Das geht aus einem Schreiben der Staatsanwaltschaft an einen Anleger hervor, das manager magazin online vorliegt. Demnach geht die Behörde dem Verdacht der Untreue nach.

Hintergrund ist die umstrittene Einführung eines Liquiditätsmanagementsystems für zahlreiche Wölbern-Immobilienfonds (manager magazin online berichtete mehrfach). Über die Einführung dieses Systems ließ das Fondshaus rund 27.000 Anleger von mehr als 20 Fonds zu Beginn dieses Jahres abstimmen.

Ergebnis: Die Mehrzahl der Investoren sprach sich für den Cashpool aus. Eine Reihe von Investoren ging dagegen jedoch juristisch vor, weil sie sich im Vorfeld des Votums nicht ausreichend informiert gefühlt hatten.

Vor Gericht bekamen die Kritiker bislang in der Mehrheit Recht. Bereits mehrere einstweilige Verfügungen wurden gegen die Einführung des Cashpools erlassen. Zudem gibt es mindestens eine rechtskräftige Entscheidung zugunsten der Anleger in einem Hauptsacheverfahren.

Die Anzeige, auf deren Grundlage nun gegen Wölbern-Chef Schulte ermittelt wird, basiert auf dem Verdacht, Wölbern könnte schon vor der Bekanntgabe der Pläne für den Liquiditätspool, im Jahr 2011, Gelder in Millionenhöhe aus betroffenen Fonds entnommen und zur Finanzierung anderer Projekte zweckentfremdet haben.

Dafür gebe es zwar keine Beweise, sagte ein Anleger zu manager magazin online. Der Verdacht habe aber offensichtlich gegenüber der Staatsanwaltschaft ausreichend plausibel gemacht werden können, um die Aufnahme der Ermittlungen zu veranlassen.

Weder die Staatsanwaltschaft Hamburg noch Wölbern-Chef Schulte waren am Freitagabend für eine Stellungnahme zu erreichen. Das Emissionshaus hatte die Vorwürfe gegenüber manager magazin online allerdings schon früher zurückgewiesen.

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