Dienstag, 20. Februar 2018

Neue Anleihen Markt gibt Italien und Spanien Zinsrabatt

Mailänder Börse: Rendite italienischer Staatsanleihen sinkt stark
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Mailänder Börse: Rendite italienischer Staatsanleihen sinkt stark

Am Tag nach dem Griechenland-Deal der Euro-Finanzminister haben Italien und Spanien mehr als acht Milliarden Euro neue Schulden aufgenommen. Beide Länder profitierten von stark gesunkenen Zinsansprüchen der Anleger.

Madrid/Mailand - Die Einigung auf neue Finanzhilfen für Griechenland hat den Krisenstaaten Italien und Spanien die Geldbeschaffung erleichtert. Beide Länder konnten sich am Dienstag Milliardensummen am Finanzmarkt leihen und mussten dafür deutlich weniger Zinsen zahlen als zuletzt. Die Furcht der Anleger vor einer Pleite Griechenlands und den unabsehbaren Folgen für andere südeuropäische Länder hatte Italien und Spanien in den vergangenen Monaten die Kreditaufnahme erschwert.

Das Finanzministerium in Rom lieh sich 3,5 Milliarden Euro für zwei Jahre zu 1,92 Prozent - so gering war der Satz zuletzt vor mehr als zwei Jahren. Vor einem Monat musste die Regierung bei einer vergleichbaren Emission noch knapp 2,4 Prozent berappen. Zudem konnte sie dank der starken Nachfrage das geplante Volumen voll ausschöpfen.

Italien platzierte zudem zwei inflationsindexierte Anleihen mit Laufzeiten bis 2019 und 2026. Die Anleihe mit einer Laufzeit bis zum Jahr 2019 brachte 747 Millionen Euro ein. Die Rendite lag bei 2,53 Prozent. Bei der letzten vergleichbaren Auktion am 28. August hatte sie noch bei 4,39 Prozent gelegen. Die Anleihe war 1,94-fach überzeichnet. Die Anleihe mit einer Laufzeit bis zum Jahr 2026 brachte 253 Millionen Euro ein. Das Papier wurde mit einer Rendite von 3,49 Prozent versteigert. Am 26. Oktober hatte die Rendite noch bei 3,75 Prozent gelegen. Die Anleihe war 3,27-fach überzeichnet.

Die Renditen von italienischen Anleihen sind seit Ende Juli in der Tendenz rückläufig. Dazu hat vor allem die Ankündigung von EZB-Präsident Mario Draghi beigetragen, alles notwendige für den Erhalt des Euro zu tun.

Spanien verkaufte Schuldtitel im Volumen von 4,1 Milliarden Euro und damit sogar etwas mehr als geplant. Auch hier überstieg die Nachfrage das Angebot deutlich, sodass für sechs Monate 1,67 und für drei Monate 1,25 Prozent jährliche Zinsen fällig wurden - ebenfalls deutlich weniger als zuletzt. Dennoch gehen die meisten Volkswirte davon aus, dass Spanien angesichts eines großen Finanzbedarfs 2013 unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen wird.

ak/rtr/dpa-afx

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