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28.11.2012
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Angeschlagenes Fondshaus
MPC Capital warnt vor eigener Pleite

Von Christoph Rottwilm

Schieflage: Das Emissionshaus MPC Capital kämpft ums Überleben
DPA

Schieflage: Das Emissionshaus MPC Capital kämpft ums Überleben

Die Situation bei MPC Capital spitzt sich zu. Der einstmals größte Emittent geschlossener Fonds hierzulande bittet tausende Anleger, auf Ansprüche in Millionenhöhe zu verzichten. MPC macht aus der eigenen Insolvenzgefahr keinen Hehl.

Hamburg - Das Emissionshaus MPC Capital sieht sich offenbar von der Insolvenz bedroht. Das geht aus einem Schreiben hervor, das die MPC-Treuhandgesellschaft TVP in diesen Tagen an die Anleger des MPC-Schiffsfonds "CPO Nordamerika-Schiffe 2" verschickt hat.

In dem Schreiben, das manager magazin online vorliegt, wird den Anlegern vorgeschlagen, auf Forderungen gegenüber MPC Capital in Höhe von mehr als elf Millionen US-Dollar zu verzichten. Stimmen die Investoren nicht zu, so die eindeutige Botschaft, dann droht die Pleite von MPC Capital Chart zeigen.

Zum Hintergrund: Der Anspruch des Fonds gegenüber dem Emissionshaus über diese Summe beruht auf einer so genannten Platzierungsgarantie, die MPC einst abgegeben hat. Das heißt: Das Emissionshaus hat zugesagt, eine mögliche Finanzlücke im Fonds zu schließen, falls das erforderliche Eigenkapital für den Schiffsfonds nicht vollständig bei Anlegern eingesammelt werden kann.

Und genau so kam es. Der Schiffsfonds mit einem Gesamtvolumen von rund 300 Millionen Euro, das in fünf Containerfrachter investiert wurde, befand sich zwischen 2008 und 2010 im Vertrieb. Zu einer Zeit also, als die Lehman-Pleite das Interesse der Anleger an Schiffsbeteiligungen drastisch einbrechen ließ.

"Drohende Leistungsunfähigkeit"

So gelang es nicht, ausreichend Privatanleger für die Beteiligung am "CPO Nordamerika-Schiffe 2" zu gewinnen. Also wurden zunächst für zwei der fünf Frachter bei der Bauwerft Hyundai Heavy Industries in Südkorea Werftkredite in Anspruch genommen. Deren Höhe: Jeweils 5,7 Millionen US-Dollar, verzinst mit 8 Prozent pro Jahr.

Die Krux aus Sicht von MPC ist nun: Laut Schreiben der TVP an die Anleger steht das Emissionshaus in der Pflicht, bis September 2013 das erforderliche Eigenkapital einzuzahlen, um diese Kredite inklusive Zinsen abzulösen.

Was allerdings passiert, wenn der Fonds tatsächlich auf diesen Anspruch besteht, ist dem Schreiben ebenfalls zu entnehmen. Wörtlich heißt es in dem Brief an die Anleger: "Die Geschäftsführung der Schifffahrtsgesellschaften ist von der MPC Capital (...) informiert worden, dass die Inanspruchnahme der MPC Capital AG durch die Schifffahrtsgesellschaften (...) deren Leistungsfähigkeit übersteigen würde." Und: "Aufgrund der drohenden Leistungsunfähigkeit der MPC Capital AG stellt das vorgestellte Lösungskonzept aus Sicht der Fondsgeschäftsführung eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Fondsgesellschaften dar."

Das Lösungskonzept, dem die Anleger zustimmen sollen, sieht den Verzicht auf die Platzierungsgarantie vor. Die Fondsanleger würden also Forderungen gegenüber MPC Capital in Höhe von mehr als elf Millionen Dollar abschreiben. Im Gegenzug wird angeboten, dass die Treuhandgesellschaft TVP auf Gebührenforderungen gegenüber dem Fonds verzichtet. Jährlich würde die Beteiligungsgesellschaft auf diese Weise allerdings lediglich gut 300.000 Euro sparen.

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