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25.11.2012
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Nach US-Widerstand
Europas Banken wollen Basel III verschieben

Frankfurter Bankenviertel: Ungleicher Wettbewerb mit USA befürchtet
dapd

Frankfurter Bankenviertel: Ungleicher Wettbewerb mit USA befürchtet

Das Herzstück der internationalen Finanzreform gerät in Gefahr. Nach dem Unwillen der USA, ihre Banken strengeren Kapitalregeln zu unterwerfen, distanzieren sich davon nun auch die Europäer. Offiziell soll das Regelwerk "Basel III" zum Jahreswechsel in Kraft treten.

Gubbio - Der Europäische Bankenverband EBF fordert eine Verschiebung der Einführung schärferer Kapitalregeln für Banken ("Basel III") in Europa. Das sagte der Generaldirektor des italienischen Bankenverbandes, Giovanni Sabatini, am Samstag auf einer Konferenz in Gubbio, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Hintergrund ist der Widerstand der USA gegen die ursprünglich ab Anfang 2013 vorgesehene Anwendung der Richtlinie. Die europäischen Banken fürchten Wettbewerbsnachteile.

Die führenden Wirtschaftsmächte (G20), darunter die USA, hatten sich Ende 2010 verpflichtet, "Basel III" ab 2013 anzuwenden. Die Regeln, die schrittweise bis 2019 eingeführt werden sollen, verpflichten Banken zu dickeren Kapitalpuffern. Damit können sie mögliche Krisen besser meistern, ohne auf Hilfen vom Staat oder anderen Geldgebern angewiesen zu sein.

Sorge bereitet ein mögliches Ausscheren der USA. Nachdem die USA vor kurzem von Januar 2013 als Startdatum für das umfassende "Basel III"-Regelwerk abgerückt seien, drohten den europäischen Geldinstituten Wettbewerbsnachteile, schreibt EBF-Präsident Christian Clausen in einem Reuters vorliegenden Brief an EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier. Wenn die EU Basel III früher einführe, brauchten US-Banken 20 Prozent weniger Kapital, schrieb der Chef der schwedischen Bank Nordea Chart zeigen. Damit könnten sie rentabler arbeiten als ihre Rivalen auf dem alten Kontinent. Deshalb solle Basel III in Europa erst zum 1. Januar 2014 in Kraft treten.

Allerdings hat auch Brüssel die Einführung noch nicht endgültig beschlossen, so dass viele Banken in Europa davon ausgehen, dass die Regeln technisch nicht zum Jahresbeginn 2013 umgesetzt werden können. Ein Sprecher Barniers betonte am Samstag, dass dem Kommissar an einem gemeinsamen Vorgehen gelegen sei.

Der EBF zweifelt sogar am ernsthaften Willen der USA, die verschärften Eigenkapitalregeln überhaupt einzuführen, mit denen die Banken für die nächste Krise besser gerüstet sein sollen. "Angesichts der Unlust der US-Behörden, schon (die verschärften Handelsbuch-Regeln) Basel 2.5 umzusetzen, wächst die Sorge, dass die Zusage der USA wankt, auf ein stärker risikobasiertes System überzugehen", schreibt der EBF-Präsident. Die für Bankenaufsicht zuständige Bundesbank-Vizepräsidentin Sabine Lautenschläger hatte den USA am Freitag mit einer verschärften Überwachung von US-Großbanken in Europa gedroht, wenn sich Basel III in Amerika verzögere.

Der Chef der Aareal Bank Chart zeigen, Wolf Schumacher, warnte vor einem Chaos bei der Einführung der neuen Eigenkapitalvorschriften. "Ich hätte mir einen verbindlichen Zeitplan gewünscht. Die Branche weiß bis heute nicht, wann die Basel-III-Regeln nun eingeführt werden", sagte Schumacher der Wirtschaftszeitung "Euro am Sonntag". Überlegungen der USA, aus den Basel-III-Regeln auszuscheren, bezeichnete Schumacher als "hochgefährlich für das Finanzsystem, weil es zu Wettbewerbsverzerrungen kommen würde".

Allerdings waren in den USA auch die Vorgängerrichtlinien "Basel I" und "Basel II" nicht oder nur in Teilen eingeführt worden.

ak/dpa-afx/rtr

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