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19.11.2012
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Mærsk schlägt Alarm
Schiffsfonds-Anlegern droht Milliardenfiasko

In schwerer See: Die "Elly Maersk" von Møller-Mærsk, eines der größten Containerschiffe weltweit, bei der Ankunft in Bremerhaven
Gerald Hänel

In schwerer See: Die "Elly Maersk" von Møller-Mærsk, eines der größten Containerschiffe weltweit, bei der Ankunft in Bremerhaven

Die weltgrößte Linienreederei Møller-Mærsk bremst ab: Die Dänen stoppen ihre Investments in die Containerschifffahrt, die sich seit vier Jahren in schwerer Krise befindet. Tausende deutsche Anleger werden aufhorchen - ihnen drohen hohe Verluste.

Hamburg - Der Konzern A. P. Møller-Mærsk betreibt die größte Containerschiffslinie der Welt - doch jetzt scheinen die Dänen den Glauben an die Frachtschifffahrt ein Stück weit verloren zu haben. Laut Unternehmenschef Nils Andersen wird das Unternehmen vorerst nicht nennenswert in die Mærsk Line investieren. Das sagte der Reedereichef der "Financial Times".

Die Meldung wirft ein Schlaglicht auf einen Markt, der sich seit nunmehr vier Jahren beinahe nonstop in der Krise befindet: Die weltweite Handelsschifffahrt, die auf Container- und Massengutfrachtern sowie Tankern Güter rund um den Globus transportiert. Seit nach der Lehman-Pleite 2008 der Welthandel einbrach, hat sich die Branche nicht wirklich erholt.

Leidtragende sind auch tausende deutsche Kapitalanleger, die über die Jahre Milliardensummen in Schiffsbeteiligungen investiert haben - und die nun einen großen Teil ihrer Investments verlieren. Laut Ratingagentur Feri steckten Anleger seit den neunziger Jahren bis heute insgesamt rund 40 Milliarden Euro Eigenkapital in Schiffsfonds.

Seit Beginn der Krise, die die Einnahmen der Fonds einbrechen ließ, sind jedoch viele dieser Fondsgesellschaften in Schieflage geraten oder mussten bereits Insolvenz anmelden. Insgesamt 130 Anlegerschiffe mit einem Investitionsvolumen von fast zwei Milliarden Euro, so zitierte kürzlich das "Handelsblatt" den Branchenexperten Jürgen Dobert, seien bereits in die Pleite gefahren. "Der Schiffsfondsmarkt steht vor dem Kollaps", wird Dobert zitiert.

266 Sanierungsfälle - Tendenz steigend

Aktuelle Studien deuten ebenfalls in diese Richtung. So meldete kürzlich die Deutsche Zweitmarkt AG, die über ihre Plattform einen guten Überblick über das gesamte Marktgeschehen hat, derzeit würde nur noch ein Drittel aller Fondsschiffe Gewinne einfahren. "Anleger von Schiffsfonds müssen sich wohl auch in den nächsten zwölf Monaten auf weitere Hiobsbotschaften einstellen.", befürchtet Björn Meschkat, Vorstand der Deutschen Zweitmarkt AG.

Einer Untersuchung zufolge, die die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft TPW gemeinsam mit der Deutschen Fondsresearch vorgenommen hat, befinden sich zudem zurzeit 266 Schiffsfonds in der Sanierung. Sprich: Den Fondsgesellschaften droht das Geld auszugehen, die Anleger müssen Kapital nachschießen um eine Pleite oder einen verlustreichen Verkauf der Schiffe zu vermeiden.

"Im Vergleich zu 197 im vergangenen Jahr haben die Sanierungsfälle weiter zugenommen und das Ende ist noch nicht abzusehen", sagt Nils Lorentzen, Geschäftsführer Deutsche Fondsresearch.

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