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19.11.2012
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Preiswelle beim Strom
Großversorger will mehr als 30 Cent pro Kilowattstunde

Teure Leitungen: Auch Netzentgelte treiben die Strompreise in die Höhe
DPA

Teure Leitungen: Auch Netzentgelte treiben die Strompreise in die Höhe

Die Verbraucher bekommen die Energiewende zum Jahresanfang erstmals mit voller Wucht zu spüren: Die Stromanbieter in Deutschland erhöhen ihre Preise auf breiter Front. Ein großer Versorger verlangt künftig mehr als 30 Cent pro Kilowattstunde.

Köln - Es steht bereits seit Monaten fest - die Strompreise in Deutschland werden zum 1. Januar deutlich steigen. Diesmal ist es nicht nur eine Minderheit der rund 1000 Anbieter in Deutschland, die die Stromkunden zur Kasse bitten: Von Stadtwerken bis zu den Regionalversorgern und den Energieriesen, von Discountern bis hin zu den Ökostromanbietern.

Viele wollen oder müssen die gestiegenen Kosten durch die höhere EEG-Umlage und Netzentgelte sowie andere Abgaben ganz oder teilweise auf die Endkunden abwälzen, um ihre Renditen zu sichern. "Bei den Margen kommt praktisch keiner an einer Erhöhung vorbei", ist sich Ralph Kampwirth vom Ökostromanbieter Lichtblick sicher.

Nach Berechnungen der Internetvergleichsportale Verivox, Toptarif und Check24 hatten bis zum Freitagabend knapp 400 Unternehmen Preisanpassungen angekündigt - darunter Vattenfall, EnBW (zum 1. Februar), EWE, Mainova oder auch der RWE-Discounter Eprimo. Betroffen seien mehr als die Hälfte aller Haushalte in Deutschland, sagt Dagmar Ginzel von Verivox.

Zu den aggressivsten Unternehmen gehört der größte Energieversorger in Ostdeutschland, enviaM. Sowohl Privat- als auch Gewerbekunden müssen einen Anstieg von rund 14 Prozent verkraften. Wie das Unternehmen am Montag in Chemnitz mitteilte, erhöht sich der Verbrauchspreis um jeweils 4,17 Cent pro Kilowattstunde auf 30,23 Cent (privat) und 30,39 Cent (Gewerbe). Dies entspricht einem Anstieg um etwa 16 Prozent. Der Grundpreis bleibt unverändert.

Stromriesen halten sich noch bedeckt

Damit muss ein Privatkunde mit einem Durchschnittsverbrauch von 2000 Kilowattstunden künftig im Jahr etwa 83 Euro mehr zahlen als bisher, beim Gewerbekunden mit 6000 Kilowattstunden fällt die Rechnung um knapp 250 Euro höher aus. Spätestens bis zum Dienstag (20.11.) müssen die Versorger ihre Kunden über Preiserhöhungen informieren, damit die Anpassungen zum 1. Januar wirksam werden können. Daniel Dodt von Toptarif geht davon aus, dass es am Ende mehr als 500 Versorger sein werden.

Im Schnitt liegen die Aufschläge bei rund 11,7 Prozent. Für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden errechnen sich daraus zusätzliche Belastungen in einer Größenordnung von rund 125 Euro. Dabei erreichen die Aufschläge bis zu 20 Prozent in der Spitze.

Die Stromriesen Eon Chart zeigen und RWE Chart zeigen halten sich noch bedeckt. RWE will die Preise für seine Kunden in der Grundversorgung "bis ins neue Jahr" stabil halten. Nur Festpreisverträge, wovon jeder fünfte von insgesamt 2,5 Millionen RWE-Kunden betroffen sind, sollen angepasst werden. Branchenprimus Eon gibt sich wortkarg: "Wir beobachten weiterhin den Markt", sagt ein Sprecher. Immerhin versorgen die sechs Regionalgesellschaften des Unternehmens rund 6 Millionen Kunden in Deutschland mit Strom und Gas.

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