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08.11.2012
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Leitzins weiter niedrig
EZB lässt sich alle Türen offen

Wachstumsrisiken abwärtsgerichtet: EZB-Präsident Draghi
AP

Wachstumsrisiken abwärtsgerichtet: EZB-Präsident Draghi

Keine Überraschung in Frankfurt: Die Europäische Zentralbank tastet den Leitzins nicht an. Zentralbankchef Draghi begründete das nach der Routinesitzung mit der schwachen Wirtschaftslage in Europa. Eine weitere Zinssenkung schloss Draghi nicht aus.

Frankfurt am Main - Der Leitzins im Euro-Raum bleibt auf dem Rekordtief von 0,75 Prozent. Das beschloss der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag, wie die Notenbank in Frankfurt mitteilte. Volkswirte hatten die Zinspause erwartet.

EZB-Präsident Mario Draghi begründete die Entscheidung mit der nach wie vor schwierigen Lage in der Euro-Zone. Die Wirtschaft des Euro-Raums werde sich von der Schuldenkrise so bald nicht erholen, so Draghi im Anschluss an die Ratssitzung. Auch im kommenden Jahr dürfte das Wachstum im Währungsraum schwach bleiben, sagte der EZB-Präsident. Die Wachstumsrisiken seien damit nach wie vor abwärtsgerichtet.

Die Inflationsrisiken beurteilt die Notenbank hingegen immer noch als ausgewogen. Die Inflationsrate dürfte im kommenden Jahr unter die von der EZB angepeilte Grenze von knapp 2 Prozent sinken. Zurzeit liegt sie mit 2,5 Prozent deutlich darüber.

Mit Blick auf eine künftige weitere Zinssenkung ließ Draghi alle Möglichkeiten offen. Auf die Frage, ob der EZB-Rat über eine Lockerung der Geldpolitik gesprochen habe, sagte Draghi: "Wir diskutieren immer alle Instrumente der Geldpolitik". Der Rat habe aber beschlossen, den Schlüsselzins vorerst auf dem Rekordtief von 0,75 Prozent zu lassen. "Wir haben nicht darüber gesprochen, was wir im nächsten Jahr in Sachen Geldpolitik machen", ergänzte Draghi.

Zuletzt war die Erwartung von vielen Ökonomen, dass die Währungshüter die Zinsschraube in den nächsten Monaten noch einmal lockern könnten. Für eine Senkung schon bei der letzten Zinssitzung in diesem Jahr am 6. Dezember hätte Draghi nach Ansicht von Experten aber einen deutlichen Hinweis bei der November-Sitzung geben müssen.

Auch weitere unkonventionelle Maßnahmen gegen die Staatsschuldenkrise dürfte die Notenbank zunächst nicht aus dem Köcher ziehen. Ihr angekündigtes Programm zum notfalls unbegrenzten Kauf von Staatsanleihen klammer Euro-Länder hatte die Risikoaufschläge auf spanische und italienische Anleihen deutlich gesenkt. Ökonomen rechnen damit, dass die Währungshüter zunächst die Wirkung ihrer Maßnahmen beobachten und weitere Pläne in der Schublade lassen wird.

Die Wirtschaft im Euro-Raum steckt zwar weiter in der Rezession, zudem enttäuschten jüngste Konjunkturindikatoren. Das spricht eigentlich für eine Lockerung der Geldpolitik. Andererseits ist Zentralbankgeld für Banken aber bereits so günstig wie nie seit Einführung des Euro 1999. Deshalb ist der Effekt einer weiteren Zinssenkung umstritten. Die EZB selbst hatte beklagt, dass ihre Zinspolitik nicht überall im Euroraum wie gewünscht ankommt.

cr/dpa-afx/rtr

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