Hamburg - Der umstrittene Finanzinvestor und ehemalige Großaktionär des Fußballbundesligisten Borussia Dortmund
, Florian Homm, hat sich nach fünf Jahren überraschend wieder zu Wort gemeldet. Und das Echo ist groß. Offenbar um ein Buch zu propagieren, hat Homm mit mehreren Medien gesprochen, darunter SPIEGEL ONLINE und die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ("FAZ").
Homm wolle sich den Vorwürfen stellen, schreibt beispielsweise SPIEGEL ONLINE in einem Vorabbericht für ein Interview, das schon einen Tag später erscheinen soll. Damit spielt der frühere Hedgefondsmanager auf seine ehemaligen Geschäftspartner an, die behaupten, Homm habe sie vor rund fünf Jahren, als er untertauchte, um Millionen betrogen. Selbst ein Kopfgeld wurde in dem Zusammenhang auf den streitbaren Investor ausgesetzt.
Es sei "ein Fehler" gewesen, "so lange zu schweigen", sagte Homm der "Financial Times Deutschland". Zugleich kündigte er an, alle Kritiker Lügen strafen zu wollen: "Vor allem meine ehemaligen Partner, die mich seit Jahren mit ungerechtfertigten Vorwürfen überziehen, sollten wissen, dass ich nicht mehr alles mit mir machen lasse", fügte er hinzu.
Ganz geheuer scheint Homm der Schritt in die Öffentlichkeit allerdings nach wie vor nicht zu sein. Er sei dabei, das mit seinen Anwälten vorzubereiten, sagte er. Solange das noch nicht geschehen ist, mussten die Interviews offenbar unter konspirativen Bedingungen stattfinden. Die "FAZ" berichtet nebulös von einem Treffen "in einer europäischen Hauptstadt", bei dem Homm nicht verraten möge, mit welcher Identität er gerade unterwegs sei. Immerhin: Der Bart, den der Gejagte bei dem Treffen getragen habe, stehe ihm jedenfalls nicht schlecht.
Homm war bis zu seinem plötzlichen Verschwinden im Jahr 2007 mit teils rüden Aktionärsattacken auf Firmen wie Bremer Vulkan, MLP
oder Borussia Dortmund bekannt und reich geworden. Nach seinem Abtauchen kappte er alle Geschäftsbeziehungen.
Die Unternehmensführung der von ihm gegründeten und kollabierten Investmentfirma Absolute Capital Management überzog ihn mit Klagen. Wie viel von seinem Vermögen von angeblich einst 300 bis 400 Millionen Euro übrig ist, sagte er nicht genau. Laut SPIEGEL ONLINE bewegt sich der Restbetrag im Bereich von 1 bis 2 Prozent der ursprünglichen Summe. Den Rest habe ein Treuhänder verspekuliert, unter anderem mit Investments beim US-Großbetrüger Bernard Madoff.
cr/dapd
© manager magazin online 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH