31.10.2012
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Wall Street
"Sandy" lässt Baumarkt-Aktien steigen

Verschont von den Fluten: Die New York Stock Exchange an der Wall Street im Finanzdistrikt von Manhattan nahm am Mittwoch den Handel wieder auf
DPA

Verschont von den Fluten: Die New York Stock Exchange an der Wall Street im Finanzdistrikt von Manhattan nahm am Mittwoch den Handel wieder auf

Der Wirbelsturm "Sandy" hat eine Spur der Verwüstung hinterlassen. An der New Yorker Wall Street sind Baumarktaktien gefragt. Die Aktien von Lufthansa und General Motors haussieren. Der Dax schließt unterdessen im Minus.

New York / Frankfurt am Main - New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg läutete am Mittwochmorgen (Ortszeit) die Eröffnungsglocke im Handelssaal der traditionsreichen New York Stock Exchange (NYSE). Das Gebäude und der Saal waren von den Fluten verschont geblieben, die Wirbelsturm "Sandy" durch Lower Manhattan getrieben hatte.

Das letzte Mal hatte die NYSE im Jahr 1888 wegen eines Unwetters so lange geschlossen, damals war es ein Schneesturm. Zu den Gewinnern gehörten am Mittwoch Baumarktaktien - schließlich müssen Sturm-Schäden auch wieder repariert werden.

Der Dow Jones Chart zeigen lag bis zum Handelsschluss in Deutschland mit 13.093 Punkten knapp unter seinem Schlusskurs vom Freitag. Auch der breiter gefasste S&P-500-Index gab 0,1 Prozent auf 1408 Zähler nach. Der Technologie-Index Nasdaq Composite Chart zeigen verlor 0,4 Prozent auf 2974 Stellen.

Home Depot Chart zeigen, die weltgrößte Baumarktkette, legte 2,6 Prozent zu, der Rivale Loewe Chart zeigen 2,7 Prozent. Analysten sagen für die Branche gute Geschäfte voraus, weil "Sandy" Millionen Häuser an der US-Ostküste beschädigt hat.

Im Fokus standen auch die Titel von Walt Disney. Der US-Konzern verleibt sich Lucasfilm mitsamt den Lizenzrechten für den Filmklassiker "Star Wars" für vier Milliarden Dollar ein. Disney-Aktien reagierten mit Verlusten von 1,9 Prozent.

Kurssprung bei General Motors - Stellenabbau bei Opel

Die Papiere von General Motors Chart zeigen stiegen um 8,2 Prozent. Die Opel-Mutter verdiente mehr Geld als erwartet und will in Europa weitere Stellen abbauen. Der Rivale Ford Chart zeigen hatte bereits am Dienstag Zahlen vorgelegt. Das starke US-Geschäft bewahrte den Autobauer vor einem Gewinneinbruch. Ford-Aktien stiegen um vier Prozent.

Dax schließt knapp im Minus

Der Dax Chart zeigen gab unterdessen seine Gewinne im Handelsverlauf wieder ab und schloss auf Xetra 0,3 Prozent schwächer bei 7260 Zählern. Der MDax Chart zeigen mittelgroßer Werte gab ebenso wie der TecDax Chart zeigen um 0,1 Prozent nach.

Die europäischen Aktienmärkte konnten nur im frühen Handel von überraschend guten Unternehmensgewinnen profitieren, sagte ein Börsianer. Viel wichtiger sei jedoch, dass nur sehr wenige Firmen ihre Erwartungen an das vierte Quartal gesenkt hätten.

Quartalsbilanz: Lufthansa-Aktie haussiert

Vier Dax-Unternehmen präsentierten bereits vor Börseneröffnung ihre Quartalszahlen. Dabei überraschte die Lufthansa Chart zeigen positiv. Die Titel der Fluggesellschaft sicherten sich mit einem Plus von zuletzt rund 7 Prozent auf 11,68 Euro den Spitzenplatz im Dax.

Analyst Robert Czerwensky von der DZ Bank lobte die Gewinnentwicklung der ersten neun Monate, die deutlich besser als erwartet ausgefallen sei. Die Lufthansa hat zudem angekündigt, die Kosten noch stärker senken zu wollen. Bereits zum Jahresende sollen rund drei Dutzend Maschinen aus dem Verkehr gezogen werden: Die Jobs von 500 Piloten und 2000 Flugbegleitern wärden damit überflüssig.

FMC nach Zahlen sehr schwach, Fresenius kaum verändert

Die Aktien von Fresenius Medical Care Chart zeigen dagegen verloren am Dax-Ende 4,4 Prozent. Börsianern zufolge verfehlte der zum Medizinkonzern Fresenius gehörende Dialysespezialist die Markterwartungen. Der Ausblick sei bestätigt worden, wegen des starken US-Dollar sind die Umsatz- und Gewinnziele aus Sicht eines Händlers aber etwas enttäuschend.

FMC hatte das dritte Quartal wegen herausfordernder Marktbedingungen mit einem leichten Gewinnrückgang abgeschlossen. Die Papiere des FMC-Mutterkonzerns Fresenius sanken angesichts der Verluste bei den FMC-Titeln um 1,39 Prozent. Die Zahlen von Fresenius Chart zeigen für die ersten neun Monate hatten Börsianern zufolge die Erwartungen getroffen und der Ausblick ist bestätigt worden. Bei dem breit aufgestellten Medizinkonzern ist von Krise keine Spur.

Continental trotz Gewinnanstiegs schwächer

Als vierter Dax-Wert präsentierte der jüngst in den Dax zurückgekehrte Reifenhersteller Continental Chart zeigen seine Zahlen. Die Anteilsscheine sanken um 2,5 Prozent. In der Hoffnung auf gute Quartalszahlen hatten die Papiere allerdings bereits am Dienstag um 3,44 Prozent angezogen. Das nun vorgelegte Zahlenwerk sei im Großen und Ganzen wie erwartet ausgefallen, meinte ein Händler. Die Automobilsparte habe die Erwartungen etwas verfehlt, wohingegen das Reifengeschäft ein wenig besser als gedacht gelaufen sei.

Favorit im MDax Chart zeigen waren die Aktien des Verkehrstechnikkonzerns Vossloh Chart zeigen , die nach der Zahlenvorlage zeitweilig um mehr als 3 Prozent anzogen. Händlern zufolge beflügelte vor allem der gute Gewinn im dritten Quartal die Papiere. Zudem profitierte die Aktie von Übernahmefantasien: Der Großaktionär und Eigentümer des Bremsspezialisten Knorr-Bremse, Thiele, hat seinen Anteil auf mehr als 25 ausgebaut.

Euro zum Dollar kaum verändert - Wall Street nimmt Handel wieder auf

An den Devisen- und Rentenmärkten warten die Anleger am Mittwoch vor allem auf eines: Die Wiedereröffnung der US-Börsen, die an der Wall Street an der teils überfluteten Südspitze von Manhattan liegen.

Der Euro Chart zeigen notierte mit 1,2980 Dollar leicht über dem Vortages-Referenzkurs der EZB von 1,2962 Dollar. Auch an den Anleihemärkten sah es zunächst nach einem ruhigen Geschäft aus. Die Renditen der zehnjährigen spanischen und italienischen Staatsanleihen lagen in etwa auf ihrem Vortagesniveau von 5,68 beziehungsweise 4,98 Prozent.

Schäden von rund 20 Milliarden Dollar durch "Sandy"

In New York wird das Ausmaß der Zerstörung durch den Hurrikan "Sandy", der in der Nacht auf Dienstag die US-Ostküste heimsuchte, immer deutlicher. So könnte es noch Tage dauern, bis die U-Bahnen, die werktags täglich mehr als fünf Millionen Menschen befördern, wieder fahren. Fachleute rechnen mit wirtschaftlichen Schäden von 20 Milliarden Dollar, von denen die Hälfte nicht versichert ist.

"Die Spur der Verwüstung wird auch zukünftig in den konjunkturellen Datenveröffentlichungen zu finden sein", merkt Helaba-Analyst Ralf Umlauf in seinem Tageskommentar an. Auf den am Mittwoch anstehenden Oktober-Einkaufsmanagerindex für den Großraum Chicago hat "Sandy" aber noch keinen Einfluss.

Goldpreis steigt weiter

Der Goldpreis ist am Mittwoch bei geringen Umsätzen leicht gestiegen. Die Feinunze kostete mit 1719,36 Dollar 0,6 Prozent mehr als am Vortag. Doch insgesamt hielten sich die Anleger Händlern zufolge angesichts einer Reihe von Unsicherheiten in den USA bedeckt.

Dabei blickten sie nicht nur auf die für Mittwoch geplante Wiedereröffnung der Wall Street, die wegen des Wirbelsturms "Sandy" zwei Tage geschlossen war. Vielmehr wollten die Anleger die Arbeitsmarktdaten für Oktober abwarten, die am Freitag veröffentlicht werden, sagten Händler.

la/dpa-afx

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