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25.10.2012
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Ex-Marktführer in Not
MPC Capital und das 738-Millionen-Euro-Problem

Von Christoph Rottwilm

Schiff in Not: Das Emissionshaus MPC, groß geworden unter anderem durch den Verkauf von Schiffsbeteiligungen, steckt in der Krise
DPA

Schiff in Not: Das Emissionshaus MPC, groß geworden unter anderem durch den Verkauf von Schiffsbeteiligungen, steckt in der Krise

Milliardenumsätze und Fonds am Fließband machten MPC Capital einst zum größten Emissionshaus hierzulande. Die kriselnde Schifffahrt und streikende Anleger brachten jedoch den Absturz. Jetzt muss das Unternehmen ein existenzbedrohendes Problem lösen - und zwar möglichst bis Jahresende.

Hamburg - Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte die MPC Capital AG bereits zum dritten Mal in der Geschichte mehr als eine Milliarde Euro einwerben, schreibt das Unternehmen in seinem Geschäftsbericht. Das platzierte Eigenkapital stieg um 5 Prozent, bei den Schiffsfonds betrug das Plus sogar 35 Prozent.

Stolze Werte sind das - doch sie stammen aus der Vergangenheit. Die Angaben finden sich im Bericht von MPC für 2007, als das Unternehmen noch erfolgreich war. Wie kaum ein anderer Anbieter warf der Initiator seinerzeit Fonds nach Fonds auf den Markt. Und kaum ein anderes Emissionshaus offerierte seinen Kunden eine so breite Palette verschiedener Fondstypen.

In Zahlen ausgedrückt liest sich das so: Mehr als 180.000 Anleger steckten Unternehmensangaben zufolge bislang rund 7,9 Milliarden Euro in Fonds des Hauses. Mit Krediten wurde die Summe auf beinahe 19 Milliarden Euro erhöht, verwendet zum Kauf von Schiffen oder Immobilien, zur Zusammenstellung von Lebensversicherungspolicen-Portfolios und anderem.

Noch Anfang 2008 gab die MPC Capital AG stolz den "größten Deal ihrer Unternehmensgeschichte" bekannt. Für rund 1,5 Milliarden US-Dollar wurden acht riesige Containerfrachter auf einen Schlag bestellt. Für ein neuntes Schiff gab es eine Option.

Vom Branchenprimus zum Pennystock

Das war jedoch die vorläufig letzte vermeintliche Erfolgsmeldung aus dem Hause MPC Chart zeigen. Wenig später geriet die Schifffahrt nach der Lehman-Pleite in die Krise, die Anleger geschlossener Fonds begaben sich in einen kollektiven Streik. Die Folge: Mit dem einstigen Marktführer für geschlossene Fonds ging es seither mehr oder weniger stetig bergab.

Ablesen lässt sich auch dies an Zahlen. Zum Beispiel am Eigenkapital des Unternehmens, das laut Bericht für das erste Halbjahr 2012 auf nur noch 29.000 Euro zusammengeschmolzen ist. Ein Jahr zuvor waren es noch gut vier Millionen Euro.

Der Kursverlauf der Aktie spricht ebenfalls Bände. Von beinahe 70 Euro im Jahr 2006 stürzte das Papier ab auf zurzeit etwas mehr als 50 Cent. Vom Branchenprimus zum Pennystock, sozusagen. Die Zahl der Mitarbeiter ging von mehr als 360 zu Hochzeiten auf aktuell weniger als 200 zurück.

Ein Problemfeld des Unternehmens ist das ausbleibende Neugeschäft. Dass von Milliardenplatzierungen längst keine Rede mehr sein kann, liegt auf der Hand. Die Beteiligungsofferten von MPC lassen sich im laufenden Jahr bislang an einer Hand abzählen. Nur noch mickrige zwölf Millionen Euro Anlegergelder flossen im ersten Halbjahr in Fonds des Hauses. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres kamen noch 75 Millionen Euro zusammen.

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