Samstag, 28. März 2015

Maritime Investments Reedereien lassen Fondsanleger alt aussehen

Maersk-Containerschiff in Ägypten: Die weltgrößte Linienreederei A.P. Møller-Maersk fuhr 2010 einen Rekordgewinn ein

Da können Fondsanleger neidisch werden: Während ihre Schiffsbeteiligungen in den vergangenen Jahren reihenweise Leck schlugen, legten die Aktien großer Reedereien weltweit trotz Branchenkrise kräftig zu. Experten sehen weiter Kurspotenzial, denn die schiefe Lastenverteilung hat System.

Hamburg - Die Börsencharts zeichnen ein eindeutiges Bild. Um zum Teil mehr als 100 Prozent sind die Aktienkurse großer Reedereien in den vergangenen vier Jahren gestiegen. Bei einigen großen Schifffahrtskonzernen notieren die Papiere heute sogar höher als vor Beginn der Finanzkrise, die den weltweiten Seehandel 2009 massiv einbrechen ließ. "Reedereien mit starker Marktstellung und geringer Schuldenlast haben sich gut durch die raue See gekämpft", sagt Thomas Wybierek, Schifffahrtsanalyst bei der NordLB.

Beispielhaft lässt sich dies an den Geschäftszahlen der weltgrößten Containerreederei A.P. Møller-Maersk ablesen. Der dänische Konzern musste zwar 2009 einen Verlust von 5,5 Milliarden Kronen (740.000 Euro) hinnehmen. Als die Weltkonjunktur 2010 wieder in Schwung kam, fuhren die Skandinavier aber mit 28,2 Milliarden Kronen (3,8 Milliarden Euro) den höchsten Gewinn in der mehr als 100-jährigen Unternehmensgeschichte ein.

Zwar konnte sich der Konzern im vergangenen Jahr nicht dem durch die Euro-Krise ausgelösten Wirtschaftsabschwung entziehen. Dennoch fiel am Ende ein Gewinn von 18,1 Milliarden Kronen (2,43 Milliarden Euro) an. Analysten erwarten, dass der Erlös dieses Jahr mehr 20 Milliarden Kronen betragen wird.

Der Erfolg spiegelt sich auch im Kursverlauf der Aktie wider. Im Frühjahr 2009 war das Papier auf den tiefsten Stand der vergangenen sieben Jahre gefallen. Seither ist die Börsennotierung jedoch um 88 Prozent gestiegen. Heute notiert die Maersk-Aktie höher als vor Ausbruch der Finanzkrise.

Schiffsfondsanleger gucken in die Röhre

Penelope Butcher, Analystin bei Morgan Stanley Börsen-Chart zeigen, sieht noch erhebliches Potenzial. Sie stuft das Papier in einer neuen Branchenstudie mit Übergewichten ein. "Wir sehen das Kursziel auf Sicht der nächsten zwölf Monate bei 57.000 dänischen Kronen", sagt Butcher. Gegenüber der gegenwärtigen Notierung entspräche dies einem Gewinn von rund 36 Prozent.

Auch etliche andere maritime Konzerne haben sich erfolgreich durch die unfreundliche See navigiert. Die auf den Marschall-Inseln residierende US-Reederei Seapsan steigerte 2011 den Gewinn vor Steuern um 29,5 Prozent auf 123 Millionen US-Dollar. Für dieses Jahr hat der Konzern angekündigt, seine Dividende um 33 Prozent auf 63 Millionen US-Dollar anzuheben.

Jim Royal, Analyst bei der US-Investmentgesellschaft TMF, erwartet, dass "Seaspan die Dividende im nächsten Jahr sogar verdoppeln wird". In der ersten Jahreshälfte waren die Containerfrachter zu 99,2 Prozent ausgelastet. "Das dürfte der Gesellschaft in diesem Jahr einen Gewinn von rund 300 Millionen US-Dollar bescheren", hat Royal errechnet.

Schiffsfondsanleger können allerdings nicht darauf hoffen, dass durch den Aufschwung im Reedereigeschäft auch ihre Beteiligungsmodelle bald wieder Fahrt aufnehmen werden. Im Gegenteil: Was die Gewinne der großen Schifffahrtskonzerne treibt, verstärkt derzeit noch die Not der Fonds.

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