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27.09.2012
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Immobilienfonds und Co.
Finanzjongleure im Regulierungsstress

Von Christoph Rottwilm

Riesenräder, Fußballrechte, Loks: Diese Fondsexoten stehen vor dem Aus
Fotos
DPA

Die Emittenten geschlossener Fonds stecken in der Bredouille: Private Anleger halten sich zurück, und Regulierer greifen drastisch ein. Wer künftig erfolgreich Geschäfte machen will, sollte jetzt handeln. Das Fondshaus Hamburg zeigte diese Woche, wie das geht.

Hamburg - Schietwetter in Hamburg, der Regen kommt aus allen Richtungen. Christian F. Ahrenkiel möchte die Schuld dafür gerne Christoph Husmann in die Schuhe schieben, der eigens aus Essen angereist ist. Doch der wehrt ab: "Wir haben vereinbart, alles gerecht zu teilen, das Gute wie das Schlechte", sagt er. "Genießen wir den Regen also gemeinsam."

Christian Ahrenkiel ist Eigentümer der Hamburger Schifffahrts- und Finanzgruppe Ahrenkiel, Husmann Chef des Segments Real Estate Solutions der Hochtief Solutions AG, einer Tochter des MDax-Konzerns Hochtief Chart zeigen. An diesem trüben Mittwoch präsentieren sie im Ahrenkiel-Sitz an der Alster ihr künftiges Joint Venture: die Gesellschaft Fondshaus Hamburg Immobilien (FHHI), an der beide Seiten zu je 50 Prozent beteiligt sind.

Hauptzweck des Unternehmens ist es, geschlossene Immobilienfonds auf den Markt zu bringen. Und zwar nicht nur herkömmliche Fonds für das breite Publikum, wie es sie schon seit Jahren von der Ahrenkiel-Tochter Fondshaus Hamburg gibt. Die FHHI, die sämtliche Immobilienaktivitäten des Fondshauses übernimmt, will vielmehr auch ins Geschäft mit institutionellen Investoren einsteigen.

Glaubt man den Protagonisten, so steht ihnen eine recht gewinnbringende Zusammenarbeit bevor. Zumindest aus Sicht der Hamburger kam der Schritt allerdings nicht ganz freiwillig zustande. Das Fondshaus Hamburg will raus aus seiner angestammten Nische als Emittent klassischer geschlossener Publikumsfonds. Denn dort wird es zunehmend ungemütlich. Mit dem Zusammenschluss mit Hochtief Chart zeigen habe das Unternehmen "einen wichtigen Schritt auf dem Weg von einem reinen Fondsanbieter zu einem integrierten Immobilienunternehmen getan", so FHHI-Geschäftsführerin Angelika Kunath bei der Vorstellung der Pläne.

Privatanleger zeichnen weniger geschlossene Fonds

Eine Flucht nach vorn also, und zwar womöglich im richtigen Moment. Gleich an mehreren Fronten haben klassische Fondsemittenten derzeit zu kämpfen. Seit Jahren begeistern sich Privatanleger nur noch mäßig für die Anlageofferten der Häuser. Wurden 2007, vor Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise, nach Ermittlung der Agentur Feri noch mehr als elf Milliarden Euro Eigenkapital in Immobilien-, Schiffs- und andere Beteiligungen eingezahlt, so waren es im vergangenen Jahr gerade noch 5,75 Milliarden. Bei den Immobilienfonds stieg das Eigenkapitalvolumen im vergangenen Jahr zwar um 22 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Ende 2006 standen jedoch noch beinahe fünf Milliarden Euro zu Buche.

Noch dramatischer sieht es bei den einst so beliebten Schiffsfonds aus: Von 3,6 Milliarden Euro Eigenkapital im Jahr 2007 brach das Marktvolumen auf 0,46 Milliarden Euro im vergangenen Jahr ein.

Als Lichtblick wird lediglich das zunehmende Interesse von institutionellen Investoren wie Pensionskassen oder Versicherungen wahrgenommen. So stieg deren Anteil an der Eigenkapitalplatzierung nach Angaben des Branchenverbandes VGF von 11 Prozent im Jahr 2010 auf immerhin 18 Prozent im vergangenen Jahr. Und die Tendenz ist offenbar weiter steigend. "Die Bedeutung institutioneller Investoren wird weiter zunehmen", sagt VGF-Geschäftsführer Eric Romba. "Viele Anbieter suchen zurzeit den Zugang und bauen Kompetenzen in dem Bereich auf."

Das Fondshaus Hamburg hat mit seiner Hochtief-Verbindung zwar einen wichtigen Schritt in diese Richtung getan. Viele kleinere Häuser kommen an die umschwärmten Großanleger allerdings nicht so leicht heran.

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