Montag, 17. Dezember 2018

Schiffskrise Japanische Reederei löst Fondspleiten aus

Öltanker in China: Die Schieflage der japanischen Sanko-Reederei bringt deutsche Fonds in Schwierigkeiten

Erneut muss das börsennotierte Fondshaus HCI Capital für mehrere Schiffe Insolvenz anmelden. Grund ist die bereits seit Monaten andauernde Schieflage der japanischen Sanko-Reederei. Etwa 2700 Schiffsfondsanleger sind direkt betroffen.  

Hamburg - Die Schwierigkeiten der japanischen Reederei Sanko Line führen am deutschen Schiffsfondsmarkt zu weiteren Insolvenzen. Wie ein Sprecher des Hamburger Emissionshauses HCI Capital Börsen-Chart zeigen gegenüber manager magazin online sagte, musste HCI vor wenigen Tagen für vier Rohöltanker, die ursprünglich an Sanko verchartert waren, Insolvenz anmelden. Grund sei die Weigerung der involvierten Banken, die schiefliegenden Gesellschaften weiter zu unterstützen, so der Sprecher. Betroffen sind insgesamt rund 2700 Anleger.

Im Einzelnen handelt es sich um die Schiffe "Hellespont Trader", "Hellespont Trooper" und "Hellespont Trinity", die gemeinsam den Fonds "HCI Shipping Select 16" bilden. Zudem sei die "Hellespont Triumph" aus dem "Shipping Select 17" betroffen. In diesem Fonds fahren weiterhin zwei Massengutfrachter sowie ein Mehrzweckfrachter. Das Containerschiff MS "Hammonia Majesty" aus dem "Shipping Select 17" war schon 2011 durch die Pleite der Bremer Beluga-Gruppe in Schwierigkeiten geraten und hat inzwischen ebenfalls Insolvenz angemeldet.

Zum Hintergrund: Schon im März dieses Jahres hatte die 1934 gegründete Sanko über Zahlungsschwierigkeiten informiert und die Zahlungen an die Schifffahrtsgesellschaften reduziert. Seit Juli kamen dann nach Angaben des HCI-Sprechers überhaupt keine Gelder mehr von den Japanern. Im August wurden die Schiffe an die Eigner zurückgeliefert.

Nach Angaben von HCI werden die Fonds nun versuchen, gegenüber den Japanern Regressansprüche durchzusetzen. Sollten die Schiffe verkauft werden, so wäre das für die Anleger unerfreulich. Denn die erzielbaren Preise lägen zurzeit unterhalb der noch ausstehenden Darlehensbeträge der Banken, wie der HCI-Sprecher mitteilt. Bereits gezahlte Ausschüttungen dürften die Anleger demnach aber behalten.

Durch die Sanko-Schieflage befinden sich noch weitere HCI-Schiffe in Schwierigkeiten. So wird nach Angaben des Unternehmenssprechers für sechs Produktentanker gegenwärtig die Überführung in eine Pool-Beschäftigung vorbereitet. Vier Plattform-Versorgungsschiffe sollen zudem verkauft werden, und zwar zu einem Erlös, der rund 130 Prozent der von den Anlegern gezahlten Einlage entspreche.

Allerdings handelt es sich dabei um vier Schiffe aus dem Fonds "HCI Shipping Select 26". Die vier übrigen Schiffe aus diesem Fonds mussten schon Anfang des Jahres Insolvenz anmelden. Durch einen erfolgreichen Verkauf der verbleibenden Plattformversorger würde der Schaden der Anleger daher wohl lediglich gemildert.

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