Mittwoch, 14. November 2018

Private Equity Carlyle kauft Bildagentur Getty für 3,3 Milliarden Dollar

Schlussfeier der Olympischen Spiele: In London bot Getty auch 3-D-Bilder an
Getty Images
Schlussfeier der Olympischen Spiele: In London bot Getty auch 3-D-Bilder an

Die US-Bildagentur Getty Images wird für 3,3 Milliarden Dollar von einem Finanzinvestor zum nächsten weitergereicht. Die Familie des Firmengründers Mark Getty bleibt beteiligt. Die Bildagentur muss sich dem verstärkten Wettbewerb im Netz stellen.

New York - Die US-Bildagentur Getty Images wird für 3,3 Milliarden Dollar von einem Finanzinvestor zum nächsten weitergereicht. Die seit kurzem börsennotierte US-Beteiligungsgesellschaft Carlyle bekam den Zuschlag für das 1995 gegründete Unternehmen, das seit vier Jahren mehrheitlich zu Hellman & Friedman gehörte, wie die beiden Unternehmen mitteilten. Hellman & Friedman hatte 2,4 Milliarden Dollar gezahlt.

Mitgründer Mark Getty und seine Familie bleiben den Angaben zufolge an Getty fast im gleichen Maße wie bisher beteiligt, auch Vorstandschef Jonathan Klein werde eigenes Geld in Getty investieren. Die Übernahme ist eine der wenigen Milliarden-Transaktionen, die Finanzinvestoren in diesem Jahr gestemmt haben.

In den USA haben Finanzinvestoren bessere Chancen als in Europa, an ausreichend Fremdkapital zu kommen, das sie brauchen, um die von den Fonds-Investoren erwarteten Renditen zu erwirtschaften. Kredite kommen nach Unternehmensangaben von JPMorgan Chase Börsen-Chart zeigen , Credit Suisse Börsen-Chart zeigen, Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen und RBC Capital Markets. Das Eigenkapital stammt aus dem 13,7 Milliarden Dollar schweren Fonds Carlyle Partners V.

Während die Private-Equity-Branche auf erfolgreiche Käufe und Verkäufe angewiesen ist, halten sich Unternehmen aus der gleichen oder einer verwandten Branche angesichts unsicherer Konjunkturaussichten mit Akquisitionen zurück. Daher werden viele Unternehmen von einem Investor zum nächsten weitergereicht - dieser "secondary buyout" sorgt zwar für Bewegung am Markt, ist für Finanzinvestoren jedoch meist nur eine Notlösung.

Immer mehr Bilder zu weiter sinkenden Preisen

Getty ist der größte Anbieter von Zeitungs- und Archivfotos, aber auch von Videos und anderen digitalen Inhalten. Die Agentur wurde 1995 von Mark Getty und Jonathan Klein gegründet. Bei den Olympischen Spielen in London bot Getty als erste Agentur 3D-Bilder und 360-Grad-Formate an, die mit Hilfe von Roboter-Kameras abgelichtet wurden.

Getty Images konkurriert auf dem Markt für aktuelle Fotos mit Nachrichtenagenturen wie Reuters und AP. Das Internet stellt Unternehmen wie Getty vor neue Herausforderungen: Die Nachfrage nach Fotos und bewegten Bildern nimmt rapide zu - allerdings lässt sich online mit den Aufnahmen deutlich weniger verdienen.

"Wir werden die finanziellen Mittel und das globale Netz von Carlyle dazu nutzen, damit Getty die nächste Stufe nehmen kann, was Produktinnovation und weltweites Wachstum betrifft", sagte Carlyle-Manager Eliot Merrill. Schon unter der Ägide von Hellman & Friedman war Getty durch Zukäufe gewachsen.

Im vergangenen Jahr setzte Getty 945 Millionen Dollar um. Hellman & Friedman und die Minderheitsinvestoren hatten das gute Geschäft im März genutzt, um sich eine teilweise schuldenfinanzierte Dividende von 379 Millionen Dollar auszahlen zu lassen.

la/reuters

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