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13.08.2012
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Höhere Zinsen
Investoren misstrauen Italien

Der Zins steigt: Italien muss dieses Jahr noch rund 150 Milliarden Euro am Markt aufnehmen
DPA

Der Zins steigt: Italien muss dieses Jahr noch rund 150 Milliarden Euro am Markt aufnehmen

Das Misstrauen der Investoren bleibt hoch. Trotz einer möglichen Intervention der EZB muss Italien für neue Schulden höhere Zinsen zahlen. Deutschland dagegen verdient einmal mehr Geld beim Schuldenmachen.

Rom/Berlin - Trotz der künftig möglichen Käufe von Geldmarktpapieren durch die Europäische Zentralbank (EZB) hat Italien bei einer Auktion mehr Zinsen zahlen müssen. Die Rendite lag bei einer Versteigerung von Geldmarktpapieren mit einer 12-monatigen Laufzeit bei 2,767 Prozent, teilte die italienische Schuldenagentur mit. Bei der letzten vergleichbaren Auktion Mitte Juli hatte sie noch bei 2,697 Prozent gelegen.

Die Nachfrage nach den neuen Papieren stieg jedoch an. So war die Auktion 1,69-fach überzeichnet (Juli: 1,55-fach). Insgesamt nahm Italien mit der Auktion 8,0 Milliarden Euro auf und erreichte damit das anvisierte Maximalziel. Italien muss nach bisheriger Planung dieses Jahr noch rund 150 Milliarden Euro am Markt aufnehmen.

EZB-Präsident Mario Draghi hatte Anfang August angekündigt, kurz laufende Staatstitel von Ländern wie Italien und Spanien aufkaufen zu wollen. Die Einzelheiten will die EZB erst noch ausarbeiten. Voraussetzung sei jedoch, dass die Länder Hilfe aus dem europäischen Rettungsmechanismus ESM oder EFSF in Anspruch nehmen müssen und entsprechende Auflagen erfüllen.

Die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone steckt in der Rezession und kämpft gegen hohe Schulden und wachsendes Misstrauen der Finanzmärkte. Wegen der Wirtschaftsmisere wird sich das Land laut Finanzminister Vittorio Grilli in diesem Jahr sogar stärker verschulden müssen als geplant. Im zweiten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt das vierte Mal in Folge geschrumpft. Der Rückgang fiel mit 0,7 Prozent sogar überraschend stark aus.

Deutschland kassiert erneut eine Prämie von den Investoren

Während Italien mehr Zinsen zahlen muss, konnte Deutschland hingegen beim Schuldenmachen erneut eine Prämie von seinen Geldgebern kassieren. Die Auktion von Bundesschatzanweisungen mit sechsmonatiger Laufzeit spülte 3,77 Milliarden Euro in die Staatskassen, teilte die mit dem Schuldenmanagement des Bundes betraute Finanzagentur mit.

Die Investoren nahmen dafür eine Rendite von durchschnittlich minus 0,0499 Prozent in Kauf, um in den Besitz der als ausfallsicher geltenden Papiere zu kommen. Im Juli lag sie bei minus 0,0344 Prozent. Die Auktion war 1,3-fach überzeichnet, vor einem Monat übertraf die Nachfrage das angebotene Volumen um das 1,7-Fache.

Deutschland profitiert in der Schuldenkrise von seinem Status als sicherer Hafen. Die Kreditwürdigkeit wird von den drei großen Ratingagenturen mit der Bestnote AAA bewertete. Anleger sind deshalb bereit, auf Rendite zu verzichten oder sogar eine Prämie zu zahlen, um ihr Geld sicher parken zu können.

rei/dpa/rtr

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