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14.08.2012
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Betrugsvorwurf
Staatsanwalt ermittelt gegen Fondsanbieter HCI

Von Christoph Rottwilm

Zustand schlechter als gedacht: Das Containerschiff MS "Rike" im Herbst vergangenen Jahres auf einer Werft in China

Zustand schlechter als gedacht: Das Containerschiff MS "Rike" im Herbst vergangenen Jahres auf einer Werft in China

Die Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelt gegen Verantwortliche des Schiffsfondsanbieters HCI Capital. Das Emissionshaus hatte für einen Fonds in Geldnot frische Mittel eingesammelt. Anleger glauben, dabei getäuscht worden zu sein.

Hamburg - Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat Ermittlungen gegen Verantwortliche des börsennotierten Emissionshauses HCI Capital Chart zeigen sowie von dessen Tochtergesellschaften eingeleitet. Das geht aus einem Schreiben der Staatsanwaltschaft hervor, das manager magazin online vorliegt. Zudem bestätigte ein Sprecher der Behörde die Ermittlungen. Der Verdacht, dem die Staatsanwälte nachgehen, lautet dem Schreiben zufolge auf Betrug.

Die Ermittlungen, die sich zudem auch auf einen nicht zur HCI-Gruppe gehörenden Schiffsgutachter erstrecken, drehen sich um die Beteiligungsgesellschaft MS "Rike". In den kleinen Frachter (sogenannter Feeder) mit rund 1700 Container-Stellplätzen und drei Kränen, der 1993 von der deutschen Sietas Werft gebaut wurde, investierten etwa 350 Privatanleger vor Jahren rund 13,8 Millionen Euro Eigenkapital. 21,2 Millionen Euro wurden für den Kauf des Schiffes laut HCI-Leistungsbilanz von Banken als Darlehen zur Verfügung gestellt.

Im Zuge der seit einigen Jahren andauernden Krise der weltweiten Handelsschifffahrt geriet das MS "Rike" in Liquiditätsnot, so dass Anfang 2011 frisches Kapital erforderlich wurde. 2,2 Millionen Euro wurden der Beteiligungsgesellschaft daraufhin zugeführt. Eine Million Euro kam von bereits bestehenden Gesellschaftern des Fonds, 1,2 Millionen steuerte ein Dutzend Neuinvestoren bei. Letztere waren mit Vorzugskonditionen gelockt worden.

Fonds von der Pleite bedroht

Wenig später kam für die Anleger jedoch ein böses Erwachen. Das Schiff befand sich offenbar in schlechterem Zustand als gedacht. Auch die finanzielle Situation des Fonds wich offensichtlich von zuvor gemachten Angaben ab. Verstärkt wurde die Schieflage der Beteiligungsgesellschaft noch durch einen teuren Werftaufenthalt im Herbst 2011 sowie die Tatsache, dass das MS "Rike" seit Mitte vergangenen Jahres keine Beschäftigung und damit keine Einnahmen mehr hat.

Inzwischen ist der Fonds unmittelbar von der Pleite bedroht. Die Commerzbank-Tochter Deutsche Schiffsbank als finanzierende Bank drängt darauf, dass ihre Forderungen beglichen werden. Stellt sie offene Posten fällig, so hätte das die Insolvenz der Beteiligungsgesellschaft zur Konsequenz.

Die Folge wäre wohl ein Notverkauf des Schiffes, das derzeit vor Hongkong ankert. Das wiederum wäre für die Anleger wahrscheinlich mit erheblichen Einbußen, wenn nicht dem Totalverlust ihrer Beteiligung verbunden.

Und damit nicht genug: Inzwischen wurde bereits eine Rechtsanwaltskanzlei beauftragt, schon ausgezahlte Ausschüttungen des Fonds von den Anlegern zurückzufordern. 32 Prozent der Einlage haben die Investoren im Laufe der Jahre bereits erhalten. Spätesten bei einer Pleite dürfte der Insolvenzverwalter dieses Geld wieder sehen wollen.

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