Dienstag, 1. September 2015

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Börsengang Fünf Gründe, warum Facebook zu teuer ist

Zukunftswette Facebook: Das Netzwerk könnte heute einen Börsenwert von mehr als 100 Milliarden Dollar erreichen - der Gewinn 2011 lag dagegen bei rund 1 Milliarde Dollar

Der Facebook-Börsengang macht Gründer Mark Zuckerberg zu einem der reichsten Männer der Welt. Doch der 28-Jährige sollte gut auf seine Milliarden aufpassen: Die Aktie sieht hoffnungslos überteuert aus. Fünf Gründe gegen einen Kauf.

Grund 1: Facebooks KGV von 100+

Vielleicht ist die heutige Börsenwelt eine andere als die, die Warren Buffett und André Kostolany kannten. Und doch sind die alten Parameter der fundamentalen Aktienanalyse dieselben geblieben: Ob Apple, Google oder McDonalds und Coca Cola - die Eliteunternehmen Corporate Americas werden von Fondsmanagern nach ihrem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bewertet. Und das liegt irgendwo zwischen 13 (Apple) und 19 (Coca Cola), während der marktbreite S&P 500-Index aktuell bei einem KGV von 13 liegt.

Facebook? Hat im vergangenen Jahr bei Umsätzen von 3,7 Milliarden Dollar eine Milliarde Dollar verdient. Keine schlechte Marge, doch was Anleger dafür bewilligen, ist abenteuerlich. Nämlich einen Börsenwert zum Start von 104 Milliarden Dollar. In anderen Worten: Facebook startet mit einem KGV von über 100 an der Wall Street.

Selbst auf Basis der ziemlich optimistischen Analystenschätzungen, die dieses Jahr einen Gewinn je Aktie von 50 Cent unterstellen, debütiert die FB-Aktie mit einem KGV von fast 80 - dabei gingen im abgelaufenen Quartal erstmals sogar die Gewinne zurück. Aufgrund der überbordenden Nachfrage erscheinen am ersten Handelstag dennoch höhere Notierungen möglich.

Sam Hamadeh, CEO von Privco, nannte im Vorfeld Notierungen von 60 Dollar am ersten Handelstag - sollte dies so kommen, entspräche dies inmitten der IPO-Euporie einem Aufschlag von weiteren 50 Prozent. Das KGV würde dann auf astronomische 150 springen, Facebook wäre mit über 150 Milliarden Dollar Börsenwert mehr wert als jeder Dax-Konzern. Facebook mit seinen 3500 Mitarbeitern wäre eineinhalb Mal so viel wert wie der Industriekonzern Siemens mit seinen 400.000 Mitarbeitern.

Schwer zu verstehen? Das finden auch die Berkshire Hathaway-Legenden Warren Buffett und Charlie Munger, die sich klar gegen Facebook-Aktien ausgesprochen haben. "Wir kaufen niemals Erstemission", erklärte Buffett unlängst auf der Aktionärsversammlung in Omaha. Geschäftspartner Munger ergänzte: "Wir kaufen nicht, was wir nicht verstehen". So einfach kann es am Ende sein.

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