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18.05.2012
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Börsengang
Fünf Gründe, warum Facebook zu teuer ist

Von Nils Jacobsen

Zukunftswette Facebook: Das Netzwerk könnte heute einen Börsenwert von mehr als 100 Milliarden Dollar erreichen - der Gewinn 2011 lag dagegen bei rund 1 Milliarde Dollar
dapd

Zukunftswette Facebook: Das Netzwerk könnte heute einen Börsenwert von mehr als 100 Milliarden Dollar erreichen - der Gewinn 2011 lag dagegen bei rund 1 Milliarde Dollar

Der Facebook-Börsengang macht Gründer Mark Zuckerberg zu einem der reichsten Männer der Welt. Doch der 28-Jährige sollte gut auf seine Milliarden aufpassen: Die Aktie sieht hoffnungslos überteuert aus. Fünf Gründe gegen einen Kauf.

Grund 1: Facebooks KGV von 100+

Vielleicht ist die heutige Börsenwelt eine andere als die, die Warren Buffett und André Kostolany kannten. Und doch sind die alten Parameter der fundamentalen Aktienanalyse dieselben geblieben: Ob Apple, Google oder McDonalds und Coca Cola - die Eliteunternehmen Corporate Americas werden von Fondsmanagern nach ihrem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bewertet. Und das liegt irgendwo zwischen 13 (Apple) und 19 (Coca Cola), während der marktbreite S&P 500-Index aktuell bei einem KGV von 13 liegt.

Facebook? Hat im vergangenen Jahr bei Umsätzen von 3,7 Milliarden Dollar eine Milliarde Dollar verdient. Keine schlechte Marge, doch was Anleger dafür bewilligen, ist abenteuerlich. Nämlich einen Börsenwert zum Start von 104 Milliarden Dollar. In anderen Worten: Facebook startet mit einem KGV von über 100 an der Wall Street.

Selbst auf Basis der ziemlich optimistischen Analystenschätzungen, die dieses Jahr einen Gewinn je Aktie von 50 Cent unterstellen, debütiert die FB-Aktie mit einem KGV von fast 80 - dabei gingen im abgelaufenen Quartal erstmals sogar die Gewinne zurück. Aufgrund der überbordenden Nachfrage erscheinen am ersten Handelstag dennoch höhere Notierungen möglich.

Sam Hamadeh, CEO von Privco, nannte im Vorfeld Notierungen von 60 Dollar am ersten Handelstag - sollte dies so kommen, entspräche dies inmitten der IPO-Euporie einem Aufschlag von weiteren 50 Prozent. Das KGV würde dann auf astronomische 150 springen, Facebook wäre mit über 150 Milliarden Dollar Börsenwert mehr wert als jeder Dax-Konzern. Facebook mit seinen 3500 Mitarbeitern wäre eineinhalb Mal so viel wert wie der Industriekonzern Siemens mit seinen 400.000 Mitarbeitern.

Schwer zu verstehen? Das finden auch die Berkshire Hathaway-Legenden Warren Buffett und Charlie Munger, die sich klar gegen Facebook-Aktien ausgesprochen haben. "Wir kaufen niemals Erstemission", erklärte Buffett unlängst auf der Aktionärsversammlung in Omaha. Geschäftspartner Munger ergänzte: "Wir kaufen nicht, was wir nicht verstehen". So einfach kann es am Ende sein.

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Daten und Fakten rund um Facebook

  • Was Facebook verdient
    Facebook ist seit drei Jahren profitabel. 2011 gab es eine Milliarde Dollar Gewinn, im Jahr davor 606 Millionen und 2009 auch schon 229 Millionen Dollar. Im Jahr 2008 lag der Verlust bei 56 Millionen Dollar und 2007 bei 138 Millionen Dollar. Im ersten Quartal 2012 sank der Gewinn im Jahresvergleich um zehn Prozent auf 137 Millionen Dollar.
  • Was Facebook umsetzt
    Facebook ist inzwischen ein außerordentlich lukratives Geschäft. Den Milliardengewinn 2011 schaffte das Onlinenetzwerk mit nur 3,7 Milliarden Dollar Umsatz. Im ersten Quartal 2012 stiegen die Erlöse im Jahresvergleich um 45 Prozent auf 1,06 Milliarden Dollar.
  • Womit Facebook sein Geld verdient
    Facebook macht sein Geld vor allem mit Werbung. 2011 lag der Anteil bei 85 Prozent. Auch die virtuellen Welten des Onlinespielespezialisten Zynga sind ein wichtiges Element des Facebook-Geschäfts. Zuletzt steuerte der Anbieter von Games wie "Farmville" oder "Cityville" 15 Prozent der Facebook-Umsätze bei.
  • Wieviel Mitglieder Facebook hat
    Facebook hat mehr aktive Mitglieder als man bisher dachte. In den Börsenunterlagen spricht das Onlinenetzwerk von 845 Millionen aktiven Nutzern im Monat Ende 2011. Im ersten Quartal waren es bereits 901 Millionen. Und 526 Millionen nutzten Facebook jeden Tag.
  • Wie Zuckerberg die Mehrheit behält
    Mark Zuckerberg wird Facebook auch nach dem Börsengang fest im Griff haben. Er hält Aktien der Klasse B, die zehn Stimmen haben, während Anleger beim Börsengang nur A-Klasse-Aktien mit einer Stimme bekommen werden. Nach der Aktienplatzierung wird Zuckerberg fast 60 Prozent der Stimmen kontrollieren.
  • Wieviel Mitarbeiter bei Facebook arbeiten
    Facebook hatte zuletzt 3539 Mitarbeiter. Die Zahl der Beschäftigten stieg allein im vergangenen Jahr um 50 Prozent.
  • Welche Marktanteile Facebook weltweit hat
    Fast die ganze Welt ist blau: In beinahe allen Ländern ist Facebook das größte soziale Netzwerk - nennenswerte Ausnahmen sind Russland und China, wo lokale Unternehmen dominieren. Über einen Markteintritt in China hat Facebook laut Börsenprospekt noch nicht entschieden. Am russischen Konkurrenten Vkontakte ist der Investor DST beteiligt, der auch ein großer Facebook-Anteilseigner ist.
  • Wie Facebook in Deutschland abschneidet
    Auch wenn StudiVZ lange vorne lag, ist Facebook in Deutschland inzwischen die unangefochtene Nummer eins. Mehr als 22 Millionen Nutzer seien beim Marktführer aktiv, berichtete das Blog Allfacebook.com vor wenigen Monaten unter Berufung auf den Facebook AdPlanner, ein Werbetool des Unternehmens. 2010 waren es noch zehn Millionen.








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