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07.05.2012
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Immobilienfonds
Gegenwind für Wölbern Invest

Von Christoph Rottwilm

Entscheidung vor Gericht: Um den Cashpool von Wölbern wird heftig gerungen
DDP

Entscheidung vor Gericht: Um den Cashpool von Wölbern wird heftig gerungen

Neues vom Streit um den Liquiditätspool für Immobilienfonds von Wölbern Invest: 170 unzufriedene Anleger fordern die Geschäftsführung öffentlich auf, einzulenken. Unter den Opponenten befinden sich einige prominente Namen der Fondsszene - zum Beispiel ein konkurrierendes Emissionshaus. 

Hamburg - Im Streit um den geplanten Liquiditätspool für Immobilienfonds von Wölbern Invest geben die opponierenden Anleger nicht klein bei. Mehr als 170 der insgesamt rund 27.000 betroffenen Investoren haben jetzt einen offenen Brief an das Wölbern-Fondsmanagement unterschrieben, darunter der ehemalige, langjährige Wölbern-Vorstand Ove Franz sowie die Bankhaus Wölbern Stiftung.

In dem Schreiben weisen die Anleger darauf hin, dass das Landgericht Hamburg bereits bei "fast der Hälfte der geschlossenen Immobilienfonds" die Teilnahme am Liquiditätspool per einstweiliger Verfügung (EV) untersagt habe. Das Fondsmanagement möge doch im Interesse aller Beteiligten und um weitere Kosten zu vermeiden freiwillig auf die Einführung des Liquiditätsmanagements verzichten, wenigstens solange, bis diesbezüglich "ein Urteil in Ihrem Sinne Rechtskraft erlangt hätte", steht in dem Schreiben.

Zum Hintergrund: Wölbern hatte vor wenigen Monaten die rund 27.000 Anleger von 24 Immobilienfonds darüber abstimmen lassen, ob die freien Mittel der Fonds künftig per Liquiditätsmanagementsystem verwaltet werden sollen. Die Fonds, so die Darstellung Wölberns, sollten sich untereinander Kredite geben. So sollte sich die Lage aller beteiligten Gesellschaften verbessern.

Emissionshaus gegen Emissionshaus

Nach Angaben Wölberns stimmten 23 von 24 Fonds für die zunächst probeweise Einführung des Cashpools. Gleichzeitig regte sich jedoch in Anlegerkreisen Widerstand. Um den Pool trotz erfolgter Abstimmung noch zu stoppen, wurden in mehreren Fällen Gerichte eingeschaltet. Auch die Staatsanwaltschaft beschäftigt der Fall bereits.

Und bei den Gegnern des Liquiditätspools handelt es sich keineswegs nur um durchschnittliche Kleinanleger. Neben Ex-Wölbern Vorstand Franz und der Bankhaus Wölbern Stiftung gehört beispielsweise auch die Deutsche Fonds Holding (DFH) dazu. Das Emissionshaus geschlossener Fonds mit Fokus auf Immobilien, Flugzeugen und Schiffen wurde Anfang der 90er Jahre gegründet und hat seither eigenen Angaben zufolge 60 geschlossene Publikumsfonds mit einem Investitionsvolumen von 13,2 Milliarden Euro realisiert.

Nach Informationen von manager magazin online hat die DFH insgesamt einen siebenstelligen Betrag aus eigenen Dachfonds in vier Immobilienfonds von Wölbern investiert, nämlich in die Gesellschaften Holland 65, 67, 68 und 69. Allein drei der insgesamt elf einstweiligen Verfügungen (EV), die bislang gegen die Einführung des Liquiditätsmanagements erlassen wurden, hat die DFH erwirkt, nämlich bei den Fonds Holland 67, 68 und 69. Beim Fonds Holland 65 lehnte der Richter am Landgericht die EV ab, der Streit wird nun nach Berufung durch die DFH am Oberlandesgericht Hamburg fortgesetzt.

Streit um Ausschüttungen

Dabei ist der Cashpool keineswegs der einzige Stein des Anstoßes. Inzwischen sorgt zudem eine weitere Maßnahme von Wölbern für Unmut: Die Ausschüttungen von Immobilienfonds, die jahrelang am Jahresanfang auf den Konten der Investoren eingegangen waren, sollen ab diesem Jahr in drei Raten über das Jahr verteilt ausgezahlt werden. Auch darauf bezieht sich das aktuelle Schreiben der Anleger.

Alle Fonds, die weitgehend prospektgemäß Mieteinnahmen erzielen, sollen die Ausschüttung für das Jahr 2011 unverzüglich in voller Höhe vornehmen, so die Forderung.

Zu dem Schreiben um Stellungnahme gebeten, schickt Wölbern Invest eine Pressemitteilung. Die einstweiligen Verfügungen würden "von den jeweiligen Fondsgeschäftsführungen berücksichtigt, soweit sie überhaupt erlassen werden", heißt es dort.

Darüber hinaus sei bereits eine erste Vorabausschüttung vorgenommen worden. Dass die Ausschüttung auf das Jahr 2012 verteilt erfolge, stehe in keinem Zusammenhang mit der Einführung des Liquiditätsmanagements. Es diene der Stabilität der einzelnen Fonds und sei "absolut branchenüblich", so Wölbern.

"Offene Fragen werden stets beantwortet", wird Wölbern-Chef Heinrich Maria Schulte zudem zitiert. "Rechtliche Meinungsunterschiede müssen dagegen gerichtlich geklärt werden."

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