Montag, 22. Oktober 2018

Industriemetalle Investments mit Tücken

Der Aufholprozess in den Schwellenländern belebt die Nachfrage nach Industriemetallen wie Zink oder Kupfer. Das weckt auch die Begehrlichkeit von Privatanlegern. Doch dabei ist Vorsicht geboten.

Köln - Der Bauboom in den Schwellenländer ist gigantisch: Allein Indien baut zwölf neue Großflughäfen. Dafür will das Land eine Billion Dollar investieren. Auch in Brasilien herrscht nicht nur wegen der Fußball-WM 2014 und der Olympischen Sommerspielen 2016 Hochkonjunktur in der Bauwirtschaft. Unternehmen und Staat planen Investitionen in die Infrastruktur von mehr als 40 Milliarden Dollar.

Vor allen Dingen ist es aber China, das für die starke Nachfrage nach Industriemetallen sorgt. "Rund 40 Prozent der weltweiten Kupferproduktion geht nach China. Das Reich der Mitte ist zur Hälfte für die steigende Nachfrage verantwortlich", sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. So plant die Pekinger Zentralregierung bis 2020 den Bau von sage und schreibe 97 Flughäfen.

Schlechte oder gute Konjunkturnachrichten aus China wirken daher sofort auf die Preise von Industriemetallen. Deswegen können Investoren über langfristig bewährte Schwellenländer- oder China-Fonds auf den Boom bei Industriemetallen setzen.

Zu den Spitzenprodukten zählt der weltweit investierende Aktienfonds Vontobel Fund Emerging Markets Equity. Er erzielt seit mehr als zehn Jahren überdurchschnittliche Renditen und hat schon frühzeitig auf den Boom bei Industriemetallen gesetzt.

Direkt oder indirekt?

Anleger können aber auch indirekt von dem Boom profitieren. "Das mit Abstand wichtigste Industriemetall ist Kupfer Börsen-Chart zeigen", erklärt Hansen. "Aktuell belasten Nachrichten über die Konjunktur in China die Notierung. Der Preis fiel unter 8000 Dollar pro Tonne. Aber langfristig ist der Aufwärtstrend intakt. Die Minen können mit der steigenden Nachfrage nicht Schritt halten. Das sollte den Preis stützen." Da scheint ein Investment in Kupfer oder Nickel Börsen-Chart zeigen doch eine vernünftige Sache zu sein, die hohe Renditen verspricht.

Doch was auf den ersten Blick so logisch und einfach erscheint, wirft in der Praxis Probleme auf. Denn Nickel oder Kupfer ähnlich wie Gold Börsen-Chart zeigen einfach so zu sammeln und lagern, ist viel zu teuer und lohnt sich daher nicht. Im Gegensatz zu Gold können Privatanleger nicht einfach einen Barren Kupfer oder Nickel kaufen und in den Tresor legen. Sie müssen den Umweg über den Terminmarkt wählen.

An den Warenterminbörsen in Chicago oder London werden zahlreiche Industriemetalle wie Blei Börsen-Chart zeigen, Zink Börsen-Chart zeigen oder Kupfer gehandelt. Dort können auch Privatanleger mit Futures auf einzelne Rohstoffe setzen, allerdings ist dafür eine hohe Anlagesumme erforderlich. Zertifikate-Emittenten und auch Fondsanbieter ermöglichen einen Einstieg auch mit kleineren Beträgen. Sie bilden die Entwicklung der Rohstoffe mittels Futures ab. Doch auch dieser Weg ist nicht ohne Probleme: Da Futures immer eine feste Laufzeit haben, müssen die Investmenthäuser vor dem nächsten Fälligkeitstermin aus dem auslaufenden in einen länger laufenden Futures wechseln. Dieser Vorgang nennen Fachleute Rollen. Dabei können aber heftige Verluste entstehen. Vor allem dann, wenn der Preis zum Beispiel für zukünftige Lieferungen von Kupfer größer ist als der aktuelle Preis am Spotmarkt.

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