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26. Februar 2012, 12:58 Uhr

Börsenausblick

Neue Geldschwemme der EZB

Pünktlich zur Fastenzeit ist auch am Aktienmarkt die Zeit der Mäßigung eingekehrt - der Dax trat zuletzt auf der Stelle. Eine neue Milliarden-Geldspritze der EZB für Europas Banken könnte ab Wochenmitte den Index wieder nach oben treiben - sofern auch die US-Konjunkturdaten den jüngsten positiven Trend bestätigen.

New York / Frankfurt am Main - Seit Aschermittwoch hat der deutsche Leitindex Dax kaum noch zugelegt, nachdem er seit Jahresbeginn um 1000 Punkte nach oben geschnellt war. In der vergangenen Woche hat der Leitindex gerade noch ein Plus von 0,2 Prozent geschafft - eine Woche zuvor war er noch um 2 Prozent gestiegen.

Eine Korrektur sei inzwischen "überfällig", kommentiert die Landesbank Berlin. Auch Aktienstratege Tobias Basse von der NordLB prognostiziert sinkende Kurse. Nachdem der Hype um das zweite Rettungspaket für Griechenland vorbei sei, rückten wieder die Unsicherheitsfaktoren in den Fokus. "Noch ist völlig unklar, wie viele der privaten Gläubiger sich am vereinbarten Anleihetausch beteiligen", sagt Basse. "Und von daher bleibt es völlig ungewiss, ob Griechenland die Umschuldung womöglich erzwingt." Die gesetzlichen Grundlagen für einen solchen Schritt hatte das Parlament in Athen am Donnerstag geschaffen.

Neue Milliarden-Geldspritze der EZB

Großes Thema am Markt wird wohl die für Mittwoch erwartete gigantische Geldspritze der EZB werden. Zum zweiten Mal können sich Banken der Eurozone zum Niedrigzins von einem Prozent für drei Jahre mit Geld eindecken. Experten sind gespannt, wie viel die Banken abrufen werden - die große Frage ist, ob die 489 Milliarden Euro vom ersten Tender im Dezember übertroffen werden.

Die EZB will mit dieser Aktion die Banken ermutigen, wieder am Staatsanleihenmarkt zuzugreifen und Kredite zu vergeben. "Große Impulse für die Börse erwarte ich allerdings nicht", sagt Basse. "Um ausreichend Liquidität machen sich Anleger wenig Sorgen, dieser Tender dürfte schon komplett eingepreist sein."

USA: Neue Konjunkturdaten lassen auf weitere Erholung hoffen

Potenzial für positive Überraschungen sehen Experten dagegen in den US-Konjunkturdaten. Vor allem der am Donnerstag anstehende ISM-Einkaufsmanagerindex wird mit Spannung erwartet. Aber auch von den Statistiken zu den Auftragseingängen für langlebige Güter und den Verbraucherausgaben erhoffen sich Aktienstrategen neue Hinweise auf eine nachhaltige Erholung der weltgrößten Volkswirtschaft.

"Die US-Wirtschaft arbeitet sich weiter langsam aus dem tiefen Tal heraus", sagt Commerzbank-Volkswirt Christoph Balz voraus. "Die Rezession im Euroraum scheint die US-Wirtschaft dabei wenig zu bremsen."

Fed-Chef Bernanke gibt halbjährlichen Bericht zur Geldpolitik

Am Mittwoch wird der Chef der US-Notenbank Fed, Ben Bernanke, den halbjährlichen Bericht zur Geldpolitik vorstellen. Die große Frage ist, ob er Hinweise auf neue geldpolitische Stimuli gibt (QE3). Die Commerzbank sieht keinen großen Handlungsbedarf, da zuletzt sowohl Konjunktur- als auch Arbeitsmarktdaten solide ausgefallen seien.

In Deutschland veröffentlicht am Dienstag der Marktforscher GfK seinen Index zum Verbrauchervertrauen. Analysten gehen davon aus, dass sich die Hochstimmung vom Vormonat hält.

Bayer und Beiersdorf mit Zahlen

Aus dem Dax werden sich der Medikamenten-Produzent Bayer am Dienstag und der Konsumgüter-Hersteller Beiersdorf am Donnerstag in die Bücher schauen lassen. "Großes Potenzial für Kurssprünge ergibt sich daraus wohl nicht", sagt Basse. "Investoren spielen nicht einzelne Unternehmensstorys durch, sondern das gesamte Umfeld."

Zahlen aus der zweiten Reihe: Stata, Hochtief und ProSiebenSat1 legen vor

Wieder einmal werden etliche Firmen ihre Bilanzen vorlegen und einen Ausblick geben. Im Fokus stehen vor allem Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe. Hierzu gehören der Generika-Hersteller Stada (Montag), der Baukonzern Hochtief (Mittwoch) und die TV-Senderkette ProSiebenSat.1 (Donnerstag).

la/reuters


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