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25.02.2012

Solar-Förderkürzung
Warum RWE, Eon und Co. jetzt aufatmen

Von Nils-Viktor Sorge

Unterbietungswettstreit: Solarstrom aus großen Anlagen wird in Deutschland ab März niedriger vergütet als Strom aus Windkraftanlagen auf See
REUTERS

Unterbietungswettstreit: Solarstrom aus großen Anlagen wird in Deutschland ab März niedriger vergütet als Strom aus Windkraftanlagen auf See

3. Teil: Offshore-Windkraft als neuer Kostentreiber im EEG

Immerhin profitieren die Versorger langsam selbst vom Vormarsch der Erneuerbaren. Alle setzen auf den Ausbau der Windenergie im Meer und planen große Parks. "Diese Ausrichtung macht sich jetzt bezahlt", sagt Göttmann. Mit einiger Verspätung gliedern sich die Konzerne nun geballt in die Reihe der EEG-Subventionsempfänger ein.

Ironie der Geschichte: Offshore-Windkraft ist inzwischen die teuerste Form der erneuerbaren Energien. Strom aus den Mühlen im Meer wird mit 15 bis 19 Cent pro Kilowattstunde vergütet. Für den von RWE-Chef Jürgen Großmann gern verspotteten Strom aus großen Solarparks gibt es ab März nur noch 13,5 Cent, wenn auch ein paar Jahre länger.

Auch bei den Erzeugungskosten liegt Solar in Deutschland inzwischen gleichauf mit Strom vom Meer. Und die Schere öffnet sich. "Fotovoltaik wird tendenziell billiger, Offshore-Windkraft tendenziell teurer", sagt der Leiter der Abteilung erneuerbare Energien bei der Commerzbank, Jan-Philipp Gillmann.

Ausbau der Windparks im Meer energiepolitisch gewünscht

"Es erklärt sich mir nicht, weshalb man auf die teuerste Lösung setzt", sagt RWI-Experte Frondel mit Blick auf Offshore-Windkraft. "Alte Windkraftanlagen an Land durch neue zu ersetzen, wäre deutlich billiger."

Die Förderkürzung bei Solar verbessert die Lage für Offshore-Wind aber sogar - schließlich lassen sich auf See künftig die höchsten Renditen erwirtschaften. Das dürften Großinvestoren und Banken honorieren. Auch energiepolitisch ist der zunächst teure Ausbau gewünscht.

"Offshore-Windkraft ist für die Energiewende in Deutschland unerlässlich, schon, weil wir ein dicht besiedeltes Land sind", sagt der Chef der Deutschen Energie-Agentur, Stephan Kohler. Zudem weht der Wind recht stetig und verbessert so die Grundlast-Qualitäten der Erneuerbaren.

Fast scheint es, als würden die großen Versorger mit Verspätung ihre Rolle bei der Energiewende finden - und endlich auch an ihr verdienen.

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