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25.02.2012

Solar-Förderkürzung
Warum RWE, Eon und Co. jetzt aufatmen

Von Nils-Viktor Sorge

Unterbietungswettstreit: Solarstrom aus großen Anlagen wird in Deutschland ab März niedriger vergütet als Strom aus Windkraftanlagen auf See
REUTERS

Unterbietungswettstreit: Solarstrom aus großen Anlagen wird in Deutschland ab März niedriger vergütet als Strom aus Windkraftanlagen auf See

2. Teil: "Sonnenstrom ist absoluter Störfaktor für Konzerne"

Um drei Euro hat sich der Preis pro Megawattstunde Spitzenlaststrom im vergangenen Sommer durch die Solarenergie durchschnittlich verbilligt, das sind grob 5 Prozent. An manchen Tagen rutschten die Notierungen sogar in den negativen Bereich, weil auch ein starker Wind wehte. Zwar verkaufen die Versorger einen Großteil ihres Stroms über Langfristkontrakte. Doch auch diese geraten durch die häufigen Stromschwemmen unter Druck.

"Der Strom aus erneuerbaren Quellen ist für die großen Kraftwerksbetreiber ein absoluter Störfaktor", sagt Analyst Pascal Göttmann von der Münchener Bank Merck Finck. Vor allem der Einsatz von Gaskraftwerken sei unrentabel geworden.

Auch die Milliardeninvestitionen in neue Kohlekraftwerke rentieren womöglich sich schlechter als ursprünglich geplant. "Für neue Großkraftwerke bedeutet der rasante Zubau der erneuerbaren Energien ein kalkulatorischen Risiko", sagt Göttmann.

Freie Bahn für Kohlestrom

EnBW baut beispielsweise eine Anlage in Karlsruhe. Eon hofft noch immer auf die Fertigstellung des Kraftwerks in Datteln. Vattenfall baut in Hamburg, und RWE nimmt derzeit ein 2200-Megawatt-Braunkohlekraftwerk südwestlich von Düsseldorf in Betrieb. Allen Anlagen ist gemein, dass sie sich besser herauf- und herunterfahren lassen als ihre recht unflexiblen Vorgänger. Doch schadet oder nutzt das zu erwartende Hin und Her?

"Die neuen Kohleblöcke werden sich umso mehr lohnen, je weniger Strom aus erneuerbaren Energien eingespeist wird", sagt Analyst Diermeier. "Deutlich noch mehr Solarstrom würde die Rentabilität der Anlagen belasten."

Die Förderkürzung entspannt die Lage zumindest vorläufig. Ohne weitere Förderkürzungen geht der Boom der aber Erneuerbaren weiter, erwartet Energieexperte Manuel Frondel vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI). "Bis zum Jahr 2015 werden wir unsere gesamte Spitzenlast im Sommer mit Solar- und Windenergie decken." Der Strompreis fällt dann weiter, noch mehr konventionelle Kraftwerke müssen vom Netz.

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