Samstag, 17. November 2018

Fußball-Übertragungsrechte Vodafone gibt Bundesliga verloren

Bundesliga: Nur noch wenige Bieter sind im Rennen um die Rechte

Zu teuer. So lautet die Begründung, mit der sich Deutschlands zweitgrößter Telekommunikationskonzern aus dem Bieterwettstreit um die Bundesliga-Rechte zurück zieht. Doch Vodafone rechnet sich trotzdem noch Chancen aus.

Deutschlands zweitgrößter Telekom-Konzern Vodafone will bei der anstehenden Versteigerung der Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga nicht mitbieten. "Nach reiflicher Überlegung haben wir vorletzte Woche entschieden, nicht als strategischer Bieter aufzutreten", sagte Vodafone-Deutschland-Chef Friedrich Joussen der "Wirtschaftswoche". Der Kauf der Live-Übertragungsrechte geben dem Fernsehgeschäft des Konzerns keinen entscheidenden Wachstumsschub. Allerdings wolle er nach Abschluss der Auktion mit den Gewinnern über mögliche Kooperationen verhandeln.

In Deutschland schaffe es derzeit kein Anbieter, eine Rendite auf den Erwerb seiner Fußballrechte zu erwirtschaften - auch der Bezahlsender Sky nicht, sagte Joussen. "Rechnen Sie doch mal: Eine dreistellige Millionensumme für das Live-Übertragungsrecht verteilt auf ein, zwei oder drei Millionen Pay-TV-Kunden. Als Ergebnis sehen Sie tiefrote Zahlen: Die Fußballrechte sind viel zu teuer, um sich auf Vollkostenbasis zu tragen."

Im Januar hatte Vodafone Börsen-Chart zeigen noch erklärt, ein Gebot für die Mobilfunk- und Online-Übertragungsrechte der Fußball-Topliga zu prüfen - alleine oder auch mit einem Partner. In der Auktion, die im April über die Bühne gehen soll, verkauft die DFL die Fernsehrechte an der Fußball-Bundesliga ab der Saison 2013/14 für vier Spielzeiten. Vor kurzem hatte der Verband mitgeteilt, von einst 45 Interessenten seien nur noch 15 übrig. Als gesetzt gelten Sky, die Deutsche Telekom und die öffentlich-rechtlichen Sender, die derzeit schon viele Bundesligafußballspiele zeigen. Im Schnitt nimmt die DFL für die TV-Rechte in Deutschland 412 Millionen Euro pro Spielzeit ein.

ts/rtr

© manager magazin 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH