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21.02.2012
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Immobilienpreise
Bubble-Alarm am deutschen Häusermarkt

Von Henrik Müller

Hamburger Hafencity: Vor allem in Großstädten sind erste Blasen am Häusermarkt erkennbar
DPA

Hamburger Hafencity: Vor allem in Großstädten sind erste Blasen am Häusermarkt erkennbar

Billiges Geld treibt die deutschen Immobilienpreise. Auf dem Häusermarkt sind bereits erste Blasen erkennbar - eine gefährliche Immobilienbubble sollte Deutschland unbedingt vermeiden. Berlin hat verschiedene Möglichkeiten, um sich vor der Geldflut im Euro-Raum zu schützen.

Hamburg - Deutschland im Jahr 2012 - das ist eine einsame Blüte in einem Meer der Ödnis. Während der Rest des Euro-Raums in die nächste Rezession rutscht, geht die deutsche Wachstumsstory weiter. Die meisten Prognosen sagen zwar auch für Deutschland nicht viel mehr als Stagnation fürs laufende Jahr voraus. Aber der manager-magazin-Konjunktur-Indikator, ermittelt vom Forschungsinstitut Kiel Economics, steigt weiter. Das ist nicht unerheblich, denn unser Barometer reagiert sensibler auf aktuelle Daten und Stimmungslagen als andere Verfahren. Derzeit steht es bei 1,7 Prozent Wachstum 2012. Und die Tendenz geht weiter nach oben, wie eine Kieler Mittelfristprognose bis 2017 zeigt, die sich im aktuellen Heft findet.

Deutschland, so scheint es, erlebt sein drittes Wirtschaftswunder. Das erste fand bekanntlich in der Nachkriegszeit statt, das zweite in der Phase zwischen 2005 und 2008, als sich die Wirtschaft, für alle überraschend, plötzlich aus Jammertal und scheinbar unaufhaltsamem Abstieg zu einer stattlichen Dynamik aufschwang. Nun schließt sich seit 2010 ein drittes Wunder an: Anders als in fast allen anderen westlichen Ländern, deren Wachstumspfade deutlich abgeknickt sind, setzt sich hierzulande die Vor-Krisen-Entwicklung fort. Und sofern große Unfälle - ein Zerbrechen der Euro-Zone oder ein Krieg im Nahen Osten - ausbleiben, könnte Deutschland sich selbst übertreffen. Die Kieler Prognose sagt ein Absinken der Arbeitslosenquote auf 3 Prozent in den kommenden fünf Jahren voraus - das gab es seit Generationen nicht mehr.

Aus diesem auf den ersten Blick hocherfreulichen Befund ergeben sich zwei Fragen: Was treibt eigentlich den deutschen Sonderboom? Und: Ist diese Entwicklung eigentlich gut?

Was die Gründe der Wunders 3.0 angeht, so liegen sie nicht nur in deutscher Produktivität, Tüchtigkeit und Sparsamkeit begründet, sondern auch maßgeblich in der aus deutscher Sicht viel zu lockeren Geldpolitik. Als Mitglied des Euro-Raums kommt Deutschland in den Genuss extrem niedriger Zinsen, eines relativ schwachen Euro-Wechselkurses und äußerst üppiger Liquiditätsversorgung. Das befeuert die Investitionen, längst auch auf den Immobilienmärkten: Es wird gekauft und gebaut, wie seit Jahren langem nicht mehr - und da die Zinsen wegen der Euro-Krise auf Dauer niedrig bleiben werden, ist kein Ende absehbar; ein Report im aktuellen Heft zeigt, in welchen deutschen Städten sich derzeit gefährliche Preisblasen aufpumpen.

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