Mittwoch, 31. August 2016

Zehn Billionen Euro Vermögen der Deutschen entspricht Europas Schulden

Privates Vermögen: Deutsche horten Bilionen

Während die Regierungen in der Krise jeden Cent zusammenkratzen, haben die Menschen in Deutschland erstmals mehr als zehn Billionen Euro Vermögen in Form von Geld und Immobilien angehäuft. Das entspricht den Staatsschulden aller 27 EU-Mitglieder. Und manche Schätze sind da nicht mal eingerechnet.

Berlin - Es erscheint auf den ersten Blick unglaublich. Können die Deutschen wirklich so viel Vermögen angehäuft haben, wie die 27 EU-Staaten insgesamt an Staatsschulden? Das jedenfalls hat der Bundesverband Deutscher Banken heute behauptet - und verweist auf eine verblüffende Statistik.

Danach haben die Menschen in Deutschland tatsächlich mittlerweile erstmals mehr als zehn Billionen Euro Vermögen angehäuft, und das entspräche in der Tat den Staatsschulden aller 27 EU-Mitglieder zusammen. Doch die Rechnung ist etwas geschönt. Denn eingerechnet in die Vermögensbilanz ist nicht nur die Barschaft der hiesigen Einwohner. Sondern von der ermittelten Summe wurden auch nicht die Schulden der Deutschen abgezogen. Dann ergäbe sich folgendes, etwas differenzierteres Bild:

Wie der Bundesverband Deutscher Banken auf Basis von Bundesbank-Daten ermittelt hat, müssten dann 1,5 Billionen Euro Kreditschulden von der zuvor ermittelten Vermögenssume abgezogen werden. Im dritten Quartal 2011 hätte das sogenannte Nettovermögen der Deutschen dann noch deutlich mehr als acht Billionen Euro betragen - und würde die Rechnung in einem entscheidenden Detail verändern.

Das hiesige Nettovermögen beträgt dann nicht mehr der Staatsschuldensumme aller 27 Staaten der Europäischen Union (EU), wohl aber aller 17 Euro-Staaten. Denn diese 17 kamen im dritten Quartal nach Angaben der Europäischen Statistik-Behörde Eurostat auf 8,2 Billionen Euro Schulen.

Sicherheit in der Geldanlage bevorzugt

Wer noch weiter forscht, wird noch weiter verblüfft. Denn in dieser gesamten Aufrechnerei ist das über Immobilien hinausgehendes Sachvermögen der Deutschen, wie etwa Autos, Möbel, Schmuck und Kunstsammlungen noch nicht eingerechnet.

Wer sich ausschließlich das Finanzvermögen der Deutschen anschaut, kommt offenbar zu weiteren Erkenntnissen. Danach setzen die Bundesbürger auf Sicherheit: Von den knapp 4,7 Billionen Euro Geldvermögen entfallen mehr als zwei Drittel auf Bargeld, Spar- und Festgeldkonten sowie Ansprüche gegenüber Versicherungen. Nur 5 Prozent der Summe ist in Aktien investiert.

Alleine das Geldvermögen hat sich in den vergangenen 20 Jahren fast verdreifacht: Es stiegt von 1750 Milliarden Euro im ersten Quartal 1991 auf mittlerweile 4662 Milliarden Euro. Der höchste Wert war im zweiten Quartal 2011 mit 4725 Milliarden Euro erreicht worden.

kst/dpa-afx

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