Mittwoch, 19. Dezember 2018

Investitionen in Computerspiele Fonds verdaddeln Millionen Anlegergelder

Computerspieler in Aktion: Mit Investitionen in die Game-Branche machten Anleger bislang keine guten Erfahrungen

3. Teil: Initiatoren machen trotz Flops weiter

Das Fazit erscheint banal: Ein Wachstumsmarkt allein reicht nicht aus, um Geld zu verdienen. Der Markt für Computer- und Videospiele ist extrem komplex und schnelllebig. Was heute im Trend liegt, kann morgen schon wieder technisch überholt oder aus der Mode sein. Viele Fondsmacher, so sagt ein Branchenbeobachter zu manager magazin Online, sind offenbar von vornherein "ohne wirkliche Ahnung" und "zu blauäugig" an die Sache herangegangen. Und ganz offensichtlich haben viele auch ihre Geschäftspartner falsch eingeschätzt.

Das hält die Fondsinitiatoren allerdings nicht davon ab, weiterhin auf dieses Pferd zu setzen. "Die Branche ist nach wie vor hochinteressant", sagt etwa BVT-Geschäftsführer Graf Rittberg. "Sie verzeichnet extreme Wachstumsraten, es gibt dort viel Geld zu verdienen." Derzeit ist BVT zwar mit dem Management der laufenden Fonds ausgelastet, so der Fondslenker. Künftig sei eine neue Offerte jedoch nicht ausgeschlossen.

Ähnlich sieht es United Investors-Chef Bruhn, dessen dritter Gamefonds sich bereits am Markt befindet. "Wir vermeiden die Fehler der Vergangenheit", sagt er. "Wir arbeiten nicht mehr mit einem einzigen Exklusivpartner, sondern mit mehreren. Zudem machen wir nur noch Co-Investitionen, bei denen auch andere mit im Boot sitzen."

Der Punkt ist auch Ralf Soboll wichtig, Geschäftsführer der Solid Value GmbH. Solid Value bietet wie auch Wettbewerber Altaris aus der Nähe Münchens derzeit ihren ersten Gamefonds an. "Wir beteiligen uns nur an Produktionen, bei denen der Entwickler oder Verleger sich mit mindestens 30 Prozent der Produktionskosten beteiligt", sagt Soboll. "Dadurch wird der Entwickler nur Projekte einbringen, von deren Erfolg er völlig überzeugt ist."

Erfolgversprechend wird das Ganze dennoch nur sein, wenn die Fonds bei ihren Investments auf das richtige Segment des Spielemarktes setzen. "Konsolenspiele werden auch in Zukunft eine dominierende Rolle spielen, während PC-Spiele tendenziell an Marktanteilen verlieren", sagt Reimar Müller, Branchenexperte von PwC. "Der Trend geht zudem in Richtung Online-, Handy- und vor allem Social-Media-Games. Die Entwicklung mobiler Geräte wie Smartphones spielt dabei eine wichtige Rolle."

Anleger, die keinen Schiffbruch erleiden wollen, können bei der Wahl eines Fonds also darauf achten, ob diese Trends bei der Investitionsplanung berücksichtigt wurden. Der spätere Anlageerfolg ist deshalb allerdings noch längst nicht sicher.

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