Fondsmanager magazin RSS  - Fonds

Alle Artikel und Hintergründe


16.11.2011
Twitter GooglePlus Facebook

Streit um Millionensumme
Wölbern gegen Wölbern

Von Christoph Rottwilm

Juristischer Zwist: Das Bankhaus Wölbern trieb Millionen ein
DDP

Juristischer Zwist: Das Bankhaus Wölbern trieb Millionen ein

Vor rund fünf Jahren kaufte der Arzt Heinrich Maria Schulte das Bankhaus Wölbern und trennte kurz darauf die Fondssparte Wölbern Invest ab. Offenbar gibt es aber bis heute keine traute Zweisamkeit - die Bank trieb jetzt eine Millionensumme bei der ehemaligen Fondstochter ein.   

Hamburg - In Hamburg eskalierte kürzlich eine Auseinandersetzung zwischen dem Bankhaus Wölbern und dem Emissionshaus Wölbern Invest beziehungsweise dessen Inhaber, dem Arzt und Investor Heinrich Maria Schulte. Das Bankhaus machte eine Jahre alte Forderung in Millionenhöhe gegenüber Wölbern Invest geltend, die noch aus der Zeit resultierte, als beide Häuser gemeinsam unter einem Dach firmierten.

Um an das Geld zu kommen, zog die Bank nun mit einem vollstreckbaren Titel zum Hamburger Amtsgericht. Dort wurde nach Informationen von manager magazin Online ein Zwangsvollstreckungsverfahren eingeleitet. Dieses richtete sich allerdings nicht gegen die Wölbern Invest KG, wie das Unternehmen in einer Stellungnahme klarstellt.

Die Vermutung liegt daher nahe, dass es gegen Wölbern-Invest-Chef Schulte ging. Schulte hatte Wölbern Invest vor Jahren von einer Aktiengesellschaft in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt. Seitdem haftet er als Gesellschafter persönlich.

Einem Schreiben des Bankhauses Wölbern an Wölbern Invest, das manager magazin Online vorliegt, ist zudem zu entnehmen, dass der Emissionshausinhaber schon im April 2010, als das Landgericht Hamburg die Forderung des Bankhauses gegen das Fondshaus titulierte, gesamtschuldnerisch mitverurteilt wurde. Zudem war es dem Schreiben zufolge Schulte, der die Forderung der Bank vor wenigen Wochen beglich.

Zum Hintergrund: Bei Wölbern Invest handelt es sich um die ehemalige Sparte für das Geschäft mit geschlossenen Fonds vom Bankhaus Wölbern. Mediziner Schulte, der zurvor bereits als Biotechinvestor aktiv geworden war, hatte die Privatbank 2006 von der südafrikanischen Absa Gruppe übernommen. Anfang 2007 spaltete er den Fondsbereich ab und führte ihn als Wölbern Invest weiter.

Inklusive der gemeinsamen Historie mit der Bank blickt das Emissionshaus auf eine lange Tradition als Anbieter vor allem geschlossener Immobilienfonds zurück. So gehörte Wölbern Anfang der 1990er Jahre zu den ersten Anbietern der jahrelang bei Anlegern beliebten Hollandfonds.

Bis heute wurden unter dem Label Wölbern nach Angaben des Unternehmens mehr als 90 Fonds mit einem Eigenkapital von rund 1,8 Milliarden Euro und einem Investitionsvolumen von 3,5 Milliarden Euro auf den Markt gebracht. In die Fonds haben den Angaben zufolge 51.000 Anleger investiert. 2010 platzierte Wölbern laut Beratermagazin "Cash" gut 80 Millionen Euro Eigenkapital und gehörte damit zu den 20 größten Anbietern geschlossener Fonds hierzulande. Auch gegenwärtig ist Wölbern Invest mit Beteiligungsangeboten am Markt.

Das Bankhaus Wölbern indes, von dem Wölbern Invest abgespalten wurde, geriet 2009 in Schwierigkeiten und musste von der Hamburger M. M. Warburg Bank und dem Einlagensicherungsfonds des Bankenverbandes aufgefangen werden. Inzwischen wird das Bankhaus ausschließlich vom Einlagensicherungsfonds verwaltet, wie der Bankenverband gegenüber manager magazin Online bestätigt. Warburg hatte sein Engagement bereits nach kurzer Zeit wieder beendet.

Die Forderung, wegen derer nun das Amtsgericht bemüht wurde, stammte nach Informationen von manager magazin Online noch aus der gemeinsamen Zeit der beiden Unternehmen unter einem Dach. Es habe eigentlich ein Stillhalteübereinkommen zwischen beiden Häusern gegeben, ist aus Wölbern-Kreisen zu hören. Das Bankhaus Wölbern werde vom Einlagensicherungsfonds abgewickelt, dies sollte erst abgewartet werden, bis es an die Begleichung gehen sollte.

Das Bankhaus Wölbern sowie der Einlagensicherungsfonds des Bankenverbandes wollten sich zu den Vorgängen nicht äußern. Der Wölbern-Invest-Generalbevollmächtigte Thomas Kühl teilte mit, der Geschäftsbetrieb der Wölbern Gruppe sei aufgrund des Sachverhalts zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt und Anlegerinteressen nicht betroffen gewesen. Wölbern-Invest-Chef Schulte war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Über die Gründe, die zu dem Vorstoß der Bank gegen das Fondshaus und seinen Besitzer geführt haben, kann daher nur spekuliert werden.

Zur Startseite
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • deli.cio.us
  • Pinterest

© manager magazin online 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH



Hintergründe, Artikel, Fakten

finden Sie auf den Themenseiten zu ...










Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Seminarmarkt: Tanken Sie Karrierewissen Seminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug? GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?