Montag, 18. Juni 2018

Weg an die Weltspitze Gewinnsprung bei Volkswagen

VW in Chattanooga: Roter Teppich mit Politstar-Verbindung
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DPA

VW startet durch: Mit mehr als 6 Millionen verkauften Autos und rund 116 Milliarden Euro Umsatz bleibt Volkswagen im laufenden Jahr auf Rekordkurs. Die Aktie haussiert. Der Zwist mit Suzuki sowie die Hängepartie bei Porsche  trüben allerdings das Bild - trotz bester Aussichten in den USA.

Wolfsburg - Volkswagen fährt der Konkurrenz beim Gewinn weiter davon. Das operative Ergebnis kletterte im dritten Quartal um 46 Prozent auf knapp 2,9 Milliarden Euro und damit stärker als erwartet. Auch bei den Auslieferungen rechnet Europas größter Autobauer mit einer weiteren Steigerung.

Auch die Neunmonatszahlen können sich sehen lassen. In den ersten neun Monaten stieg das operative Ergebnis auf 9 Milliarden Euro nach 4,2 Milliarden im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Umsatz erhöhte sich in den Monaten Januar bis September um ein Viertel auf 116 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr 2011 gehen die Wolfsburger davon aus, bei Umsatzerlösen und operativem Ergebnis den Vorjahreswert deutlich zu übertreffen.

Konzernchef Martin Winterkorn warnte am Donnerstag angesichts der zunehmenden Konjunkturrisiken allerdings vor Euphorie. Negative Zins- und Wechselkurseffekte sowie Rohstoffpreise könnten die positiven Effekte aus dem erwarteten Absatzanstieg abschwächen. Die angespannte Situation in einigen Euro-Schuldenstaaten werde zudem die Nachfrage in vielen Märkten Westeuropas im vierten Quartal belasten.

Weiteres Wachstum in Amerika - Aktie legt deutlich zu

In Osteuropa sowie in Nord- und Südamerika rechnet Volkswagen Börsen-Chart zeigen dagegen mit weiter steigenden Neuzulassungen. Auch in den wichtigen Märkten China und Indien werde sich die positive Entwicklung fortsetzen.

Während der französische Konkurrent Peugeot seine Gewinnprognose wegen der Schuldenkrise in der Eurozone kassieren musste und die Erfolgsserie von Daimler Börsen-Chart zeigen im dritten Quartal zu Ende ging, steuert Volkswagen damit unbeirrt sein Ziel an, die Weltmarktspitze zu erobern.

Anleger reagierten mit Käufen auf die Zahlen: Die im Dax Börsen-Chart zeigen notierte Vorzugsaktie von Volkswagen Börsen-Chart zeigen legte zeitweise mehr als sechs Prozent zu und gehörte zu den größten Gewinnern im Dax.

Mehr als 6 Millionen Fahrzeuge seit Jahresbeginn verkauft

Der Umsatz von Europas größtem Autobauer kletterte von Juli bis September um ein Viertel auf 38,5 Milliarden Euro. Seit Jahresbeginn lieferte der Wolfsburger Konzern weltweit knapp 6,2 Millionen Fahrzeuge aus, 14 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Insgesamt sollen es in diesem Jahr erstmals mehr als acht Millionen Einheiten werden.

Damit kommen die Wolfsburger der Weltmarktführung immer näher. Das von Konzernchef Winterkorn ursprünglich erst für 2018 angepeilte Ziel dürfte Volkswagen - zuletzt auf Rang zwei hinter der Opel-Mutter General Motors Börsen-Chart zeigen - nach Überzeugung von Analysten und Marktforschern deutlich früher erreichen.

Der bisherige Champion Toyota Börsen-Chart zeigen ist nach der Erdbebenkatastrophe in seiner Heimat noch angeschlagen, fasst aber langsam wieder Tritt. Experten erwarten, dass der japanische Konzern in den nächsten Jahren wieder in das Rennen um die Weltmarktspitze eingreifen wird. Daneben erwächst VW mit dem koreanischen Konzern Hyundai ein immer stärkerer Rivale.

Streit mit Suzuki dürfte Wachstum in Indien bremsen

Der Streit mit dem japanischen Autobauer Suzuki Börsen-Chart zeigen dürfte die Wolfsburger insgesamt kaum bremsen. Der seit Monaten öffentlich ausgetragene Rosenkrieg zwischen den Partnern kratzt zwar am Ansehen des deutschen Konzerns in Japan. VW kann zudem nicht so schnell wie geplant günstige Kleinwagen auf dem Wachstumsmarkt Indien auf den Markt bringen und braucht voraussichtlich auch länger, um seine Stellung in Südostasien auszubauen. Bei dem Wachstum in anderen Regionen rund um den Globus falle dies nach Meinung von Experten aber kaum ins Gewicht.

Die vielen Großbaustellen, um die sich das Management kümmern muss, bleiben VW allerdings erhalten. Denn während der Konzern überall auf der Welt die Produktion hochzieht und neue Werke entstehen, muss der Vorstand die jüngste Neuerwerbung MAN Börsen-Chart zeigen integrieren. Der Münchner Lkw-Bauer soll mit der VW-Tochter Scania und dem eigenen Nutzfahrzeuggeschäft zu einer schlagkräftigen Lkw-Allianz verbunden werden.

Fusion mit Porsche stockt - Neubewertung von Optionen steigert VW-Gewinn

Daneben verhindern Schadensersatzklagen von Investoren bislang, dass Volkswagen wie geplant mit der Porsche Holding fusionieren kann. Angenehmer Nebeneffekt des Dilemmas: Die Verschiebung der Fusion führte dazu, dass die von VW und Porsche gegenseitig eingeräumten Kauf- und Verkaufsoptionen neu bewertet wurden. Bei VW schwillt dadurch das Finanzergebnis stark an.

Der Vorsteuergewinn schnellte deshalb im dritten Quartal auf 8,4 Milliarden Euro, drei Mal soviel wie vor einem Jahr. Dem Vorsteuerergebnis kamen durch die Neubewertungen der Kauf- und Verkaufsoptionen für die zweite Hälfte von Porsches operativem Sportwagengeschäft rund 6,8 Milliarden Euro zugute.

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la/reuters/dpa-afx

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