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26.10.2011
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Aus für Immobilienfonds
Der steinige Weg aus der Krise

Von Christoph Rottwilm

Finanzmetropole Frankfurt: Immobilienfonds mit einer starken Bank und umfangreichem Filialnetz im Rücken haben es in der Liquiditätskrise leichter
dpa/dpaweb

Finanzmetropole Frankfurt: Immobilienfonds mit einer starken Bank und umfangreichem Filialnetz im Rücken haben es in der Liquiditätskrise leichter

Die offenen Immobilienfonds sorgen wieder für Schlagzeilen: Nach dem Axa Immoselect wird nun auch der Degi International aufgelöst. Und weitere Dickschiffe müssen bald Farbe bekennen. Das Schicksal der Branche entscheidet sich auch am Bankschalter. 

Hamburg - Spätestens seit gestern richten sich viele Augen wieder auf den Markt für offene Immobilienfonds: Da gab die Gesellschaft Aberdeen Immobilien bekannt, dass nun auch der Fonds "Degi International" aufgelöst wird. Nach intensiven Gesprächen mit den Vertriebspartnern könne nicht garantiert werden, dass die verfügbaren liquiden Mittel für eine nachhaltige Beendigung der Rücknahmeaussetzung spätestens zum 16. November 2011 ausgereicht hätten, hieß es zur Begründung.

Eine Woche zuvor hatte bereits die Kapitalanlagegesellschaft Axa Investment Managers die Auflösung des "Axa Immoselect" bekanntgegeben. Die beiden Fonds litten unter Liquiditätsknappheit und dem Management war es nicht gelungen, den Engpass in der gebotenen Zeit zu überwinden.

Damit erging es den beiden Fonds ähnlich wie zuvor schon anderen: In der Finanzkrise war es zu einem Ansturm von Anlegern gekommen, die Gelder aus Immobilienfonds entnehmen wollten. Mehrere Fonds konnten die Mittel nicht schnell genug frei machen und mussten die Rücknahme der Anteilsscheine aussetzen. Bei einigen reichte dann die vorgegebene Frist von zwei Jahren Schließung nicht aus, die Liquiditätssituation - vor allem durch Immobilienverkäufe - entscheidend zu verbessern. Wie Axa und Aberdeen mussten auch sie die komplette Auflösung der Fonds beschließen.

So befindet sich inzwischen etwa ein halbes Dutzend offener Immobilienfonds mit einem Volumen von insgesamt mehr als 6,5 Milliarden Euro in Liquidation, darunter der "Morgan Stanley P2 Value" und der "TMW Immobilien Weltfonds".

Weitere knapp 18 Milliarden Euro der insgesamt rund 85 Milliarden Euro Anlegergelder in dieser Assetklasse stecken nach wie vor fest, weil die fraglichen Fonds noch immer geschlossen sind, sprich: wegen Liquiditätsproblemen keine Gelder auszahlen. Die Anbieter dieser eingefrorenen Fonds werden in nächster Zeit über das Schicksal ihrer Produkte entscheiden müssen.

Einige milliardenschwere Fonds müssen sich entscheiden

Besonders spannend wird es bei einigen recht großen Fonds. Ein Beispiel ist der "CS Euroreal" aus dem Hause Credit Suisse. Der Fonds mit einem Volumen von etwa 6,1 Milliarden Euro muss spätestens bis zum 18. Mai kommenden Jahres wieder fit gemacht werden. Tatsächlich ist das Management jedoch optimistisch, bereits früher öffnen zu können, erläutert Karl-Heinz Heuss, Geschäftsführer der Credit Suisse Asset Management Immobilien KAG (CSAMI).

"Wir streben die Öffnung noch in diesem Jahr an ", sagt Heuss zu manager magazin Online. "Zuvor werden wir unsere derzeitige Roadshow bei Vertriebspartnern und Investoren beenden und eine Befragung durchführen, um uns ein Bild von der Stimmungslage zu machen."

Der Manager gibt sich optimistisch: Elf Immobilien im Wert von 880 Millionen Euro wurden in den vergangenen Monaten veräußert. Weitere drei bis vier Verkäufe sind in Kürze geplant. "So wollen wir die Liquiditätsquote im Fonds bis Jahresende auf mindestens 25 Prozent steigern", sagt Heuss. "In ruhigeren Zeiten gilt zwar eine Liquiditätsquote von 15 Prozent als ausreichend, in der aktuell angespannten Lage streben wir jedoch eine Quote von 25 bis 30 Prozent an."

Auch Sonja Knorr, Immobilienfondsanalystin der Ratingagentur Scope, ist in Bezug auf den "CS Euroreal" zuversichtlich. "Der Fonds verfügt über ein gutes Immobilienportfolio und hat noch ausreichend Zeit, weitere erforderliche Verkäufe zu realisieren", sagt sie. "Ich halte eine Wiedereröffnung für realistisch."

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