Freitag, 26. August 2016

Vor dem Schuldengipfel Die Schuldenmeister der Welt

Die Erwartungen vor dem EU-Schuldengipfel sind hoch: Frankreich gerät wegen seiner Schuldenlast ins Visier der Märkte, Irland ist gar mit dem Elffachen seiner Wirtschaftsleistung verschuldet - wenn man Schulden von Staat, Banken, Firmen und Privathaushalten zusammenzählt. Ein Überblick.

Schuldenrally ohne Ziel: Nach Jahren ungenierten Schuldenanhäufens zulasten kommender Generationen ist der Punkt der vorbeugenden Umkehr in vielen europäischen Staaten überschritten
Hamburg - "Die fundamentale Ursache der Schuldenkrise in der Euro-Zone", urteilt der belgische Ökonom Paul de Grauwe, "liegt in der unhaltbaren Expansion privater Schulden vor der Krise." Seit Beginn der Währungsunion 1999 bis zum Ausbruch der Finanzkrise 2008 seien die privaten Schulden stark gewachsen, während die Staaten sogar eher gespart hätten.

Erst seit der Krise seien die Staatsschulden gestiegen, in manchen Fällen wie Irland haben sie sich sogar mehr als vervierfacht - vernünftigerweise, meint der Wirtschaftsberater von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso. Denn sonst hätte niemand die unhaltbar gewordenen Schulden der Privaten auffangen können. Umgekehrt könne der Staat sich nicht entschulden, solange Bürger und Unternehmer damit beschäftigt sind, ihre eigenen Bilanzen zu reparieren.

Wenn alle zugleich sparen, wird das Schuldenproblem nur verschlimmert. Diese Erkenntnis will die Europäische Union beherzigen und künftig auch die private Schuldenentwicklung beobachten. Bisher gibt es nicht einmal eine offizielle Statistik der Gesamtschulden.

In seinem aktuellen Bericht zur Weltfinanzstabilität zeigt der Internationale Währungsfonds immerhin eine Übersicht der aktuellen Schätzungen. Und die hat es in sich: Während Briten und Iren tief im Schuldensumpf stecken, ist das Bild von Italien differenzierter - und die Griechen rücken mit niedrigen Privatschulden gar in die Nähe der Vorzeige-Ökonomie Deutschland. Ein Überblick.

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