Sonntag, 17. Februar 2019

Mehr Eigenkapital Schweiz verschärft Bankengesetz

Credit Suisse: Die Schweizer Bank muss mehr Eigenkapital vorhalten

Das Schweizer Parlament hat die Eigenkapitalvorschriften für ihre Großbanken verschärft. Credit Suisse und UBS müssen künftig mehr Eigenkapital halten als durch Basel III vorgeschrieben. Außerdem können die Großbanken nun im Krisenfall teilweise in Konkurs geschickt werden.

Basel - Das Schweizer Parlament hat am Donnerstag ein Bankengesetz mit deutlich strengeren Eigenkapitalvorschriften verabschiedet. Für Credit Suisse und UBS heißt das: Sie müssen mit 19 Prozent künftig deutlich mehr Eigenkapital halten, als das internationale Banken-Regelwerk Basel III vorsieht.

Trotz des während der Debatte bekannt gewordenen milliardenschweren Handelsskandals bei der UBS wurde die Abstimmung zur Zitterpartie. Die zwei Parlamentskammern waren in Detailfragen unterschiedlicher Auffassung. Die Gesetzesvorlage fand erst nach mehrmaligem Hin und Her im Ständerat und im Nationalrat die Zustimmung.

Kernpunkt des "Too-big-to-fail"-Gesetzes sind höhere Kapitalanforderungen für UBS und Credit Suisse. Neben einer höheren Krisenresistenz durch mehr Eigenkapital schafft das neue Bankengesetz aber auch die Voraussetzungen, dass in der Schweiz eine Großbank im Krisenfall entflochten und teilweise in Konkurs geschickt werden kann. Der Staat soll nicht mehr einspringen müssen, wenn sich eine große Bank in eine Schieflage manövriert.

Vor gut zwei Jahren hatte der Staat die UBS retten müssen, da deren Zusammenbruch gravierende Folgen für die Schweizer Wirtschaft gehabt hätte. Eine letzte Unsicherheit bleibt indes: Am Freitag müssen die Parlamentarier beider Kammern in den sogenannten Schlussabstimmungen das Gesetz noch formell absegnen. In der Vergangenheit sind dabei in seltenen Fällen Vorlagen noch in letzter Minute gescheitert.

ms/reuters

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