Donnerstag, 29. September 2016

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Chinesische Währung Deutsche Firmen verhelfen Yuan zu Weltrang

Auf dem Weg zum Weltgeld: Rote Banknoten mit Mao-Porträt

China gibt seine Währung schrittweise für den internationalen Handel frei. Der Markt wächst rasend schnell, Yuan-Geschäfte sind die größte Entwicklung des Jahres am Währungs- und Anleihenmarkt. Von Allianz bis Volkswagen sind deutsche Konzerne vorn dabei.

Hamburg - "Wichtig für uns war, von Anfang an dabei zu sein", sagt Ralf Küpper. Und das sind sie jetzt mit der Sparkasse Aachen, als erste Sparkasse, die in Deutschland Konten in der chinesischen Währung Renminbi (deren wichtigste Zähleinheit Yuan heißt) anbietet. Große Landesbanken fragten in Aachen nach, wie man das macht.

"Die Resonanz der Kunden ist geteilt", räumt Küpper ein, Berater für internationales Geschäft. Doch immerhin: Selbst in der kleinen Aachener Region, auf die sich die Sparkasse beschränkt, fanden sich innerhalb eines Monats schon mehrere mittelständische Unternehmen, die von der Sparkasse Renminbi-Konten einrichten ließen. Wegen der strengen chinesischen Kapitalkontrollen laufen über diese Konten nur Handelsgeschäfte. "Sie können damit nicht wild spekulieren", erklärt Küpper, "da hatten wir auch schon Anfragen."

Nicht nur Printen und Pillen aus dem Rheinland werden jetzt in Yuan gehandelt. Die chinesische Währung mausert sich zum Aufsteiger des Jahres. Chinas Führung, wirtschaftlich längst eine Großmacht, will nun auch monetär zum Global Player aufsteigen. Auf dem G20-Treffen im französischen Cannes im November hofft sie darauf, dass der Renminbi künftig in die Berechnung der Sonderziehungsrechte des Internationalen Währungsfonds aufgenommen wird - als Basis für eine neue Weltwährungsordnung, die den US-Dollar Börsen-Chart zeigen als Leitgeld ablöst. Für diesen Zweck sieht der Fünfjahresplan bis 2015 die schrittweise Freigabe der Währung vor.

Die Erlaubnis von Handelsgeschäften in Yuan ist der erste große Schritt der Liberalisierung. Im vergangenen Jahr machte der Renminbi-Handel 506 Milliarden Yuan (58 Milliarden Euro) aus, bescheidene 2,5 Prozent des chinesischen Außenhandels. 2011 dürfte sich das Volumen mindestens versechsfachen. Besonders profitiert davon die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen, die nach eigenen Angaben rund ein Drittel dieser Geschäfte weltweit abwickelt.

"Deutsche Unternehmen haben dadurch zahlreiche Vorteile", erklärt Deutschbanker Ardalan Gharagozlou, Leiter des Währungsgeschäfts für Kontinentaleuropa. "Sie können jetzt Geschäfte mit chinesischen Unternehmen abschließen, die bisher nur begrenzt Zugang zu Fremdwährungen hatten, und erweitern dadurch ihre Zulieferer- und Kundenbasis." Die Übernahme des Wechselkursrisikos mache den Abschluss von Geschäften einfacher.

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